Welt : Kurzmeldungen

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Ein Jahr nach dem Tod der persischen ExKaiserin Soraya ist ein Streit um ihr Millionenvermögen entbrannt. „Es gibt verschiedene Leute, die als Erben in Betracht kommen und die sich auch gemeldet haben beim Nachlassgericht“, sagte Birgit Niepmann, Sprecherin des Amtsgerichts Köln. Die Kölner Justiz ist zuständig, weil Sorayas Bruder und einziger naher Verwandter, Bijan Esfandiary, in Köln lebte. Der 63-Jährige starb eine Woche nach seiner Schwester, die am 25. Oktober 2001 tot in ihrer Pariser Wohnung gefunden worden war. Sie wurde 69 Jahre alt. Ihr Vermögen wird auf zehn Millionen Euro geschätzt. Unter denjenigen, die Anspruch auf das Erbe erheben, ist ein angeblicher früherer Privatsekretär von Sorayas Bruder. „Er rühmt sich einer Vertrauensstellung und gibt sich aus als Privatsekretär“, sagte Niepmann. „Das ist aber sehr, sehr fraglich, ob er das tatsächlich war.“ Nach Angaben der Kölner Justiz hatte Soraya in ihrem Testament ihren Bruder und verschiedene karitative Organisationen bedacht. Der Bruder wiederum habe ein Tage- oder Notizbuch mit persischen Aufzeichnungen hinterlassen. Darin befinde sich ein Schreiben in deutscher Sprache, das als Testament gedeutet werden könne. Eine Schlüsselfigur in dem Streit um das Erbe ist der Kölner Nachlassrichter Frank Wellems. Er muss klären, wer Erbe des Bruders und damit auch der Erbe Sorayas ist. Soraya, „die Prinzessin mit den traurigen Augen“, bestimmte in den 50er und 60er Jahren die Titelseiten der Boulevardpresse. Die deutsch-persische Monarchin war in Berlin aufgewachsen. Von 1951 bis 1958 war sie mit dem Schah Reza Pahlavi (1919-1980) verheiratet, bevor die Ehe wegen Kinderlosigkeit aufgelöst wurde. dpa

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