Welt : Kurzmeldungen

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Heimliche Voyeure. Nur wenige Deutsche geben zu, dass sie das Privatleben von Stars interessiert. Zugleich aber schlagen ProminentenBiografien Verkaufsrekorde, und das Boulevard-TV verzeichnet hohe Einschaltquoten. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts polis. Danach gestehen nur 13 Prozent der Bevölkerung ihr Interesse für das prominente Privatleben. Am vergleichsweise größten ist es noch bei Frauen (19 Prozent), den 14- bis 19-Jährigen (20 Prozent) und den 20- bis 29- Jährigen (18 Prozent). „Hier liegt offensichtlich ein Voyeurseffekt vor“, sagt Claus Grimm von polis. Auch Kommunikationswissenschaftler Joachim Westerbarkey bestätigt diese Einschätzung: „Nach außen hin haben sich alle über die Affäre des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton mit einer Praktikantin entrüstet. Gleichzeitig wollten sie jedes Detail wissen.“ Jeder Zweite (56 Prozent) gab an, sich nicht für Berichte über Prominente zu interessieren. Geschichten über Prominente erfüllten im Medienzeitalter zunehmend Klatschfunktionen. „Da bekommen die Menschen etwas geboten, über das sie sich mit anderen gut unterhalten können“, sagt Westerbarkey. Je nach Gefühlslage oder Lebenssituation projizierten sie oft ihre eigenen Wünsche auf diese „modernen Helden“. dpa

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