Land hilft Anwohnern : Krater von Schmalkalden weitgehend zugeschüttet

Bereits am Sonntagabend oder Montag könnte der Erdkrater im thüringischen Schmalkalden wieder vollständig verfüllt sein. Die Anwohner erhalten eine Soforthilfe.

Im Erdkrater werden stabilisierende Geomatten verlegt. Foto: dpa
Im Erdkrater werden stabilisierende Geomatten verlegt. Foto: dpaFoto: dpa

Schmalkalden - Die Landesregierung werde unbürokratisch helfen, sagte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) den Betroffenen am Samstag bei einer Besichtigung des bereits weitgehend wieder zugeschütteten Lochs. Je nach Bedarf könnten Evakuierte bis zu 10 000 Euro erhalten. Das Kabinett berät an diesem Dienstag über die genaue Höhe der Hilfen und einen Fonds für künftige Katastrophen.

Der bis zu 20 Meter tiefe Krater war in der Nacht zu Montag in der Südthüringer Fachwerkstadt aufgebrochen. Fünf Häuser am Krater sind noch gesperrt, 17 Evakuierte haben sich unterdessen in Ersatzwohnungen eingerichtet. Schmalkaldens Bürgermeister Thomas Kaminski sagte, dass die Gebäude direkt an dem Erdloch in den kommenden sechs Wochen noch nicht wieder bezogen werden könnten. Ein Statiker prüfe am Montag, wie sicher die Häuser seien. Parallel beginnen vier Probebohrungen, bei denen bis in 120 Meter Tiefe vorgedrungen werde. In dieser Tiefe vermuten Geologen einen Hohlraum.

Der Krater könnte nach Angaben von Landrat Ralf Luther (CDU) bereits am Sonntagabend oder am Montag wieder vollständig verfüllt sein. Geomatten über der ersten Schicht Kies und Schotter sollen den Hang zusätzlich stabilisieren. Industriekletterer sowie Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks und der Feuerwehr verlegten die Geflechte.

Zunehmender Regen behinderte die Arbeiten laut Bürgermeister Kaminski nicht, da eigens verlegte Entwässerungsleitungen den Bereich um das Loch trocken hielten.

Obwohl es in Thüringen wegen der besonderen Beschaffenheit des Untergrunds immer wieder zu ähnlichen Schäden komme, fehle in dem Bundesland eine wirksame Rechtsgrundlage, um Betroffenen schnell und sinnvoll zu helfen, zitierte das Magazin „Spiegel“ unterdessen den Linkspartei-Politiker Tilo Kummer. Erst im Januar hatte sich ein ähnlicher Krater in einem Wohngebiet in Tiefenort aufgetan. Damals bedauerten Ministerpräsidentin Lieberknecht und Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) dem Bericht zufolge, keine Handlungsmöglichkeiten zu haben, um den Geschädigten umfassend zu helfen. dpa/dapd

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