Landgericht München : Lebenslang für Moshammer-Mord

Für den Mord an dem Münchner Modemacher Rudolph Moshammer ist der Iraker Herisch A. zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Wegen besonders schwerer Schuld wird er nicht nach 15 Jahren vorzeitig entlassen werden.

München - Gut zehn Monate nach dem Mord am Münchner Modemacher Rudolph Moshammer ist der Täter zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht München I sprach den 26 Jahre alten Iraker Herisch A. am Montag des Mordes und Raubes mit Todesfolge schuldig. Der Angeklagte habe den homosexuellen Moshammer nach Sex-Spielen in der Nacht zum 14. Januar vorsätzlich angegriffen und erdrosselt. «Es kam Ihnen darauf an, Moshammer zu töten, um dann ungestört nach Bargeld suchen zu können», sagte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl zum Angeklagten.

Die Kammer stellte auch eine besondere Schwere der Schuld fest. Damit kann Herisch A. auch bei guter Führung nicht bereits nach 15 Jahren vorzeitig entlassen werden. Das Gericht folgte mit dem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung kündigte Rechtsmittel an, sie hatte für eine Freiheitsstrafe unter 15 Jahren nur wegen Totschlags plädiert.

Herisch A. hatte gestanden, dass er Moshammer mit einem Elektrokabel erdrosselt hat. Die Mitnahme von Geld aus Moshammers Haus hat er aber bestritten. Nach Auffassung der Kammer hat er eine unbekannte Summe, mindestens aber einen 200 Euro-Schein mitgenommen.

Der 64-jährige Moshammer war am 13. Januar dieses Jahres mit seinem Rolls-Royce auf der Suche nach einem Sex-Partner in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs unterwegs. Der Iraker, der zuvor mehr als 1000 Euro in einem Spielsalon verloren hatte, habe es deshalb als Wink des Schicksals angesehen, als Moshammer neben ihm stoppte und ihn mit in sein Haus im Münchner Nobel-Vorort Grünwald nahm, sagte Götzl. Dort habe der Iraker beschlossen, den vermögenden Moshammer auszurauben. «So dachte er seine Spielverluste wieder auszugleichen.»

Als Moshammer nach dem gemeinsamen Sex zur Toilette ging, habe Herisch A. in einer Schublade das Kabel entdeckt und es genommen, um Moshammer damit zu töten. Der Iraker habe dem Modemacher von hinten das Kabel vier Mal um den Hals geworfen und zugezogen, als dieser vor ihm die Treppe hinuntergehen wollte, um ihn nach Hause zu fahren. «Sie haben heimtückisch, aus Habgier und zur Ermöglichung eines Raubes getötet», sagte Götzl zu dem Angeklagten, der die Urteilsbegründung mit gesenktem Kopf verfolgte.

Es habe keinen Kampf und auch keinen Streit gegeben, betonte der Kammervorsitzende. Entgegen der Darstellung von Herisch A., wonach es einen handgreiflichen Streit gab, habe der Angeklagte einen vollkommen arglosen Moshammer überfallen. Durch einen genetischen Fingerabdruck auf dem Kabel war die Polizei Herisch A. auf die Spur gekommen. Nicht einmal 48 Stunden nach der Tat war er festgenommen worden. (tso/dpa)

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