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Landkreis Bayreuth : US-Militärjet in Oberfranken abgestürzt

In einem Waldgebiet in Oberfranken ist ein US-Militärjet vom Typ F-16 abgestürzt. Der Pilot konnte sich mit dem Rettungsschirm befreien. Kritik an den Übungsflügen der US-Luftwaffe wird laut.

René Bosch
Einsatzkräfte der Feuerwehr ziehen sich am Dienstag in Engelmannsreuth (Bayern) Ganzkörper-Schutzanzüge an. Bei Engelmannsreuth ist ein F-16 Kampfjet der US-Streitkräfte abgestürzt.
Einsatzkräfte der Feuerwehr ziehen sich am Dienstag in Engelmannsreuth (Bayern) Ganzkörper-Schutzanzüge an. Bei Engelmannsreuth...Foto: dpa

Ein US-amerikanischer Militärjet ist am Dienstagvormittag in Oberfranken abgestürzt. Das Unglück ereignete sich um 09.38 Uhr im Gemeindebereich von Creußen im Landkreis Bayreuth.

Nach Angaben der Polizei konnte sich der Pilot mit dem Rettungsschirm rechtzeitig aus dem Flugzeug befreien. Er wurde von einem Notarzt untersucht und leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht. Die Maschine sei in ein Waldgebiet gestürzt, Feuerwehr und Polizei sind vor Ort. Bei der Maschine handelt es sich nach Angaben der US-Streitkräfte um einen F-16 Kampfjet, der aus Spangdahlem in Rheinland-Pfalz gestartet sei. Die Ursache für den Absturz ist weiterhin unklar, vermutet wird ein Motorschaden.

Laut Angaben der Freiwilligen Feuerwehr Bayreuth lasse man das Wrack kontrolliert abbrennen, da Unklarheit über den Zustand der Treibstofftanks herrsche. „Wir haben Glück gehabt, dass kein Waldbrand entstanden ist“, sagt Bürgermeister Hans Freiberger (Freie Wähler). Wie sueddeutsche.de berichtet, sei der Kampfjet sowohl mit Kerosin, als auch mit dem Raketentreibstoff Hydrazin betankt und mit Übungsmunition geladen gewesen. Gerüchte, es haben sich Chemikalien oder scharfe Munition an Bord gefunden wurden von amerikanischer Seite zurückgewiesen. Die Unfallstelle wurde weiträumig abgeriegelt und zum militärischem Sperrbereich erklärt. Der Bayerische Rundfunk hat eine Bildergalerie zur Absturzstelle zusammengestellt. Diese finden Sie hier.

Die bayerische Linkspartei nahm den Absturz zum Anlass, scharfe Kritik an den Übungsflügen der US-Luftwaffe zu üben. Diese Flüge gefährdeten "das Leben der Menschen, die hier wohnen", erklärte Linken-Landessprecherin Eva Bulling-Schröder. Sie forderte die Landesregierung in München auf, ein Flugverbot für Trainingsflüge durchzusetzen.

Skurril wurde es bei der Festlegung der Absturzstelle. Da das Flugzeug in einem Waldstück zwischen dem zu Oberfranken gehörenden Landkreis Bayreuth und dem zu der Oberpfalz gehörenden Landkreis Neustadt an der Waldnaab abgestürzt ist, konnte das Münchener Innenministerium erst nach Stunden den offiziellen Absturzort festlegen: Oberfranken. (mit AFP, dpa)

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