Welt : Lang ersehnter Regen

Lang ersehnte Regenfälle haben fast alle Buschbrände westlich der australischen Metropole Sydney gelöscht und die Lage vorübergehend entschärft. Die Niederschläge dämmten in der Nacht zum Montag die meisten Brände in den Blue Mountains im Westen von Sydney sowie mehrere Feuer nördlich und südlich der größten australischen Stadt ein. Wegen anhaltender Feuer entlang der Südküste des Kontinents und unterirdischer Brandherde sei die Gefahr jedoch längst nicht gebannt, warnte Feuerwehrchef Phil Koperberg. Bei den seit zwei Wochen wütenden Feuern wurden bislang über 300 000 Hektar Land in Nationalparks sowie der Lebensraum von Tausenden einheimischen Tieren zerstört.

Der Bundesstaat New South Wales begann, die Rettungsmannschaften schrittweise zu verkleinern. Erste aus Nachbarstaaten herangezogene Trupps zogen wieder ab. Koperberg betonte jedoch, besonders tückisch an Buschbränden seien die unterirdischen Feuer. Brennende Baumwurzeln würden von dem Regenwasser nicht erreicht und müssten daher mit Infrarotinstrumenten aufgespürt werden. Mit Flugzeugen kundschaftete die Feuerwehr zudem die noch aktiven Brandherde aus. Der Sprecher der Feuerwehr im Bundesstaat New South Wales, John Winter, mahnte, es könne noch keine Entwarnung gegeben werden. Der Feuerwehr stünden noch aufwändige Aufräumarbeiten bevor. "Das ist noch nicht das Ende".

Die Löscharbeiten wurden zudem weiter durch starke Winde behindert. Bei Moruya in New South Wales stürzte nach Polizeiangaben ein Löschflugzeug beim Start ab, der Pilot blieb unverletzt. Aus drei Kleinstädten an der Südküste mussten am Montag mehrere hundert Bewohner evakuiert werden. Die Lage könnte sich in den kommenden Tagen auch wegen großer Hitze erneut verschärfen: Laut Wettervorhersage sollen die Temperaturen zwischen 37 Grad an der Küste und 38 Grad im Landesinneren erreichen.

Zahlreiche Koalas, Kängurus, Vögel und seltene Reptilien wurden Opfer der Brände. Rund um Sydney gingen weitflächige Koala-Reviere in Flammen auf. "Die Koalas und andere wilde Tiere leiden ungeheuer", sagte die Chefin der australischen Koala-Stiftung, Deborah Tabart. Die Organisation rief die Bevölkerung zu großzügigen Spenden auf und richtete einen Sonderfonds zur Rettung der Beuteltiere ein. Kleinere Beuteltiere und Reptilien haben sich nach Angaben einer Sprecherin der Nationalparks eingegraben, um das Ende der Feuer abzuwarten.

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