Welt : Langsame Hilfe für Salomonen

Honiara - Nach dem schweren Erdbeben und dem anschließenden Tsunami auf den Salomonen haben Hilfsmannschaften Schwierigkeiten, die betroffenen Gebiete zu erreichen. Die Abgelegenheit des Erdbeben- und Tsunamigebietes etwa 600 Kilometer von der Hauptstadt Honiara entfernt erschwere die Hilfsarbeiten, teilte das Rote Kreuz mit. Nach offiziellen Angaben starben sechs Menschen und rund 3000 wurden obdachlos. Das Rote Kreuz rechnet damit, dass die Zahl der Toten noch steigen könnte.

Der Flughafen der betroffenen Insel Ndende im Osten der Salomonen sei gesperrt, da die Landebahn mit Trümmern übersät sei, sagte der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, Sipulu Rove. Boote mit Hilfsgütern und Einsatzteams sollten am Donnerstag losgeschickt werden; sie dürften die Katastrophengebiete aber erst am Wochenende erreichen. „Von einigen entlegenen Ortschaften haben wir noch nichts gehört, es ist sehr schwer, an Informationen heranzukommen“, fügte Rove hinzu. Denn die Telekommunikation sei gestört und teils zusammengebrochen. Zudem seien einige Straßen durch Erdrutsche verschüttet.

Das Erdbeben der Stärke 8,0 hatte sich am Mittwoch nahe den zu den Salomonen gehörenden Santa- Cruz-Inseln ereignet. Anschließend erreichte eine Flutwelle die Salomonen, die auf Ndende 500 Meter weit ins Landesinnere rollte. Auch in Vanuatu und Neukaledonien stieg der Meeresspiegel an.

„Ich laufe gerade durch eine der Ortschaften, und ich stehe knietief im Wasser“, sagte der Notfallkoordinator der Hilfsorganisation World Vision, Jeremiah Tabua. „Ich kann eine Reihe von Häusern sehen, die weggespült wurden.“

2007 waren auf den Salomonen bei einem Tsunami mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen. Die Inselgruppe liegt auf dem Pazifischen Feuerring, auf dem die Erde immer wieder bebt. AFP

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