Welt : Langstreckenflüge: Millionen-Klagen wegen enger Flugzeugsitze

Den internationalen Fluggesellschaften drohen Millionenklagen, weil sie nicht über das Thrombose-Risiko in der Touristenklasse aufklären. Hunderte von Passagieren litten auf Langstreckenflügen wegen zu geringer Beinfreiheit an dem "Economy-Class-Syndrom", das sich durch schwere Blutgerinnsel äußert und im schlimmsten Fall zu einer tödlichen Arterienverstopfung führen kann, sagten die Anwälte der Kanzlei Slater und Gordon in Sydney. Nachdem sie für zehn Betroffene eine Sammelklage angekündigt hatten, meldeten sich in der Kanzlei hunderte weitere Fluggäste. "Ich denke, dass wir in den nächsten Tagen eine ausreichende Zahl von Klienten beisammen haben werden", sagte ein Anwalt. Unter den Klägern ist ein junger Witwer, dessen 28-jährige Frau im September am Londoner Flughafen Heathrow an einem Blutstau gestorben war. Nach Angabend er Anwälte traten die Beschwerden auf Langstreckenflügen von vier bis 18 Stunden Dauer auf. Alle Kläger verbrachten danach fünf bis zehn Tage im Krankenhaus und mussten mit blutverdünnenden Mitteln behandelt werden. Australische Passagiere seien zwar wegen der weiten Entfernungen besonders betroffen, aber auch in anderen Ländern seien Klagen denkbar.

Die Kanzlei Slater und Gordon ist für ihre erfolgreichen Prozesse gegen Fluggesellschaften bekannt. Qantas führte bereits im Oktober Bewegungsprogramme auf seinen Flügen ein, um sich gegen Klagen zu wappnen. Auch durch einen höheren Flugpreis lässt sich keine Freiheit vom "Economy Class-Syndrom" erkaufen. Unter eingeschränkter Blutzirkulation leiden auch Passagiere der Business Class. Wenn sich der Fluggast nach stundenlangem Sitzen wieder bewegt, können die Blutgerinnsel durch die Blutbahn zum Herzen und in die Lunge gelangen und dort die Arterien verstopfen.

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