Lauchhammer : Polizistenmord steht offenbar vor Aufklärung

Ein Jahr nach dem Mord an einem 46-jährigen Polizisten im brandenburgischen Lauchhammer gibt es eine heiße Spur. Die Polizei hat offenbar erfolgreich sogenannte Mantrailer-Hunde eingesetzt, die den Geruch von Hautpartikeln und Blutspuren noch lange Zeit nach einer Tat aufnehmen.

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Zwar wollte eine Sprecherin der Cottbuser Staatsanwaltschaft nur bestätigen, dass am Mittwoch zwei Männer „wegen einer Vernehmung vorgeführt“ wurden, nach Tagesspiegel-Informationen geht man in Ermittlerkreisen jedoch davon aus, dass es sich bei ihnen um die mutmaßlichen Täter oder zumindest um zwei der Täter handelt.

Die beiden vorläufig festgenommenen Männer sollen aus dem sächsischen Gröditz stammen, das 30 Kilometer von Lauchhammer entfernt liegt. Vor seiner Garage in Lauchhammer war der Polizeihauptkommissar Steffen M. am frühen Abend des 23. November 2009 von seiner Ehefrau tot gefunden worden. Er hatte Stich- und Schlagverletzungen am Kopf. Der Garagenkomplex lag mitten in der Stadt, und der Polizist, der weder im Dienst war noch Uniform trug, wollte laut seiner Frau nur das Auto in die Garage bringen.

Nach dem Verbrechen flüchteten die Täter mit dem Pkw des Opfers nach Sachsen. An einer Radaranlage zwischen Meißen und Riesa wurde das Fahrzeug mit einem etwa 20- bis 40-jährigen Mann am Steuer geblitzt. Der durch einen leichten Unfall beschädigte Pkw wurde einen Tag nach der Tat in der Nähe gefunden.

Trotz fieberhafter Ermittlungen und obwohl für Hinweise zur Aufklärung des Mordes eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt wurde, tappte die Mordkommission lange im Dunkeln. Bei zwei im März festgenommenen Personen hatte sich der Tatverdacht nicht bestätigt.

Die entscheidenden Hinweise sollen zum einen durch das veröffentlichte Blitzerfoto eingegangen sein. Zum anderen hatte die Polizei Anfang Oktober sogenannte Mantrailer-Hunde aus den alten Bundesländern eingesetzt – offenbar erfolgreich. Mantrailer können den Geruch von winzigen Hautpartikeln sowie Schweiß- und Blutspuren noch lange Zeit nach einer Tat aufnehmen.

Ob sich die beiden Festgenommenen zu den Vorwürfen äußerten, war nicht zu erfahren. Sie sollen der Polizei bereits wegen Drogenhandels und Autoklaus bekannt sein. Möglicherweise waren sie nicht allein, sondern mit weiteren Kumpanen am 23. November 2009 von Steffen M. auf frischer Tat ertappt worden.

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