Welt : Lavendelheide: immergrüne Zier für die Ewigkeit

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Die Sorte Pieris japonica „Feuertanz“ ist auch für Kübel geeignet. Foto: Tassilo Wengel
Die Sorte Pieris japonica „Feuertanz“ ist auch für Kübel geeignet. Foto: Tassilo Wengel

Fast zu jeder Jahreszeit präsentieren sich die Lavendelheiden (Pieris) ungewöhnlich reizvoll. Als immergrüne Pflanzen ohnehin schon das ganze Jahr über attraktiv, bilden sie bereits im August ihre grazilen Blütenstände, die knospig aus dem Laub ragen. Bei einigen Sorten sind diese perlenartigen, intensiv gefärbten Knospen ein beeindruckender Winterschmuck, bevor sie im Frühjahr noch einmal die ganze Schönheit ihrer Blütenrispen zeigen.

Mit dem Austrieb der neuen Blätter ist eine weitere Steigerung der Farbenpracht zu erwarten, die bei einigen Sorten in leuchtendem Rot oder Rosa erscheinen. Es gibt also viele Gründe, dieser interessanten Pflanze aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceen) im Garten ein Plätzchen einzuräumen. Da die Pflanzen in Gefäßen angeboten werden, beginnt die Pflanzzeit bereits im Frühjahr und kann bis September erfolgen. Später sollte nicht mehr gepflanzt werden, damit die Lavendelheide bis zum Frosteintritt gut eingewachsen ist.

Zur Gattung Pieris gehören zehn Arten, die in Ostasien und Nordamerika zu Hause sind. Für die Gartenkultur in unseren Breiten sind vor allem zwei Arten von Bedeutung, von denen es zahlreiche Sorten gibt. Anspruchslos und ausreichend winterhart ist die Reichblühende Lavendelheide (Pieris floribunda). Sie wächst als immergrüner Strauch in den Gebirgswäldern Nordamerikas, wo sie vor allem an lichtreichen Standorten und flachgründigen Böden vorkommt. Sie wächst breitbuschig und erreicht mitunter mehr als zwei Meter Höhe. Auf zusagenden Standorten kann sie sich im Laufe der Jahre bis zu einem fünf Meter breiten Strauch entwickeln. Die Blätter sind mattgrün, elliptisch bis länglich-lanzettlich und am Rand gekerbt. Die weißen Blüten stehen in fünf Zentimeter langen Rispen über dem Laub und entfalten sich bei günstigen Temperaturen bereits Ende März. Wegen dieser Blütezeit ist die Pflanze auch als Bienenweide wertvoll.

Besonders schön ist die Japanische Lavendelheide (Pieris japonica), die aber auch etwas anspruchsvoller ist. Sie kommt in sommerwarmen Gebirgswäldern der japanischen Inseln Honshu, Kyushu und Shikoku vor und entwickelt sich dort – oftmals in Gemeinschaft von Rhododendron – zu einem drei Meter hohen Strauch. Sehr wirkungsvoll ist der Blattaustrieb im Frühjahr, wenn die jungen elliptisch zugespitzten Blätter an den Triebenden lackartig glänzen. Zur Blütezeit im April und Mai erscheinen über dem Blattwerk zahlreiche kleine, in fünf bis zehn Zentimeter langen Rispen aneinandergereihte weiße oder rosafarbene Glöckchen. Neben dieser Art bieten Baumschulen vor allem wertvolle Sorten an, die sich nicht nur in Blütenfarbe und Laubfärbung unterscheiden, sondern auch in der Winterhärte.

Für beide Arten ist ein halbschattiger, geschützter Platz der beste Standort, denn dort sind die Pflanzen nicht nur vor heißer Sonne, sondern auch vor Trockenschäden in der kalten Jahreszeit geschützt. Wie alle Heidegewächse benötigen die Pflanzen eine Bodenreaktion um pH 5, also im neutralen bis leicht sauren Bereich. Da die Lavendelheide keinen kalkhaltigen Boden verträgt, ist der Pflanzplatz mit Torf und Rindenhumus zu verbessern. Geeignet ist dafür auch ein sauer wirkendes Substrat, das für Rhododendron entwickelt wurde und im Handel als Rhodohum erhältlich ist. Wichtig ist außerdem, verdichtete Böden tief zu lockern und mit Kies anzureichern. Obwohl Schnitt nicht erforderlich ist, lassen sich zu große Pflanzen problemlos während der Blütezeit zurückschneiden. Es gibt Exemplare, die 70 Jahre alt und an die 5 Meter breit sind. Tassilo Wengel

Bezugsquellen:

Havelländische Baumschule, Chausseestraße 13 a, 14542 Plessow bei Werder, Tel. 03327/ 40902, Fax 03327/ 40903.

E-Mail: HavelBaum@t-online.de

H. Hachmann, Baumschulen, Brunnenstraße 68, 25355 Barmstedt in Holstein,

Tel. 04123/ 2470.

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