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Lawine am Mont-Blanc-Massiv : Vier vermisste Bergsteiger sind am Leben

Im Mont-Blanc-Massiv hat eine Lawine neun Bergsteiger getötet, unter ihnen drei Deutsche. Vier Vermisste wurden inzwischen lebend gefunden.

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Ein Rettungshubschrauber überfliegt das Mont-Blanc-Massiv auf der Suche nach weiteren Vermissten.Alle Bilder anzeigen
Foto: AFP
12.07.2012 13:02Ein Rettungshubschrauber überfliegt das Mont-Blanc-Massiv auf der Suche nach weiteren Vermissten.

Es gab keine Lawinenwarnung für das Mont-Blanc-Massiv. Doch am Mont Maudit kamen auf einer Höhe von etwa 4000 Metern bei einer Lawine neun Menschen ums Leben, darunter drei Deutsche, zwei Spanier, ein Schweizer und drei Briten. Außerdem wurden neun Personen verletzt. Vier Vermisste wurden am Abend lebend gefunden – zwei hatten eine andere Route genommen, die beiden anderen hätten die Tour nicht angetreten, sagte die Polizei. Zwei Verschüttete konnten gerettet werden. Die zuständige Präfektur der Region Haute-Savoie bezeichnete die Lawine als die „tödlichste der letzten Jahre“. Beim letzten Unglück im August 2008 starben acht Menschen.

Video: Lawinenunglück am Mont Blanc

Lawinenunglück im Mont-Blanc-Massiv
Ein Rettungshubschrauber überfliegt das Mont-Blanc-Massiv auf der Suche nach weiteren Vermissten.Alle Bilder anzeigen
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12.07.2012 13:02Ein Rettungshubschrauber überfliegt das Mont-Blanc-Massiv auf der Suche nach weiteren Vermissten.

„ Ursache des Unglücks ist eine Schneeplatte, die abgerutscht ist“, erklärte Régis Castro, Kabinettsdirektor in der zuständigen Präfektur der Region Haute-Savoie. Vermutlich sei es ein Bergsteiger gewesen, der eine 40 Zentimeter hohe Platte versehentlich loslöste. Rettungskräfte beschrieben die Lawine, die sich daraus bildete, als etwa 100 Meter lang und zwischen zwei und vier Meter hoch. „Es ist eine riesige Platte, die abgerutscht ist. An der Stelle ist der Berg sehr steil“, sagte Kommandant Bertrand François von der Gendarmerie der Region Haute-Savoie.

Die Wetterbedingungen waren gut, so dass ein Aufstieg nicht als gefährlich galt. „Es gab keine Lawinenwarnung“, betonte Eric Fournier, Bürgermeister von Chamonix. Jean-Louis Verdier, erfahrener Bergführer und stellvertretender Bürgermeister von Chamonix, sagte: „Es war nicht vorhersehbar, die Wetterbedingungen heute morgen waren gut. Es gab keinen Grund, dass sich eine Platte löst. Aber wir können nie genau vorhersagen, wann eine Platte abrutscht. Ein Risiko besteht immer.“

Bilder: Das Lawinenunglück am Mont Blanc

Zwei Seilschaften mit 28 Personen waren frühmorgens über die Strecke des Mont Maudit zum Mont Blanc aufgebrochen. Die Lawine erfasste um 5 Uhr morgens die zwei Seilschaften mit erfahrenen Bergführern und zusätzlich noch einige weitere Bergsteiger. Um 5 Uhr 25 gelang es einem Verletzten, bei der Bergwacht der Gendarmerie Alarm zu schlagen. Die Lawine hatte die Bergsteiger offenbar sofort erwischt, als sie ihre Hütte morgens verlassen hatten.

Zahlreiche Rettungskräfte suchten den ganzen Tag über mit Spürhunden und Hubschraubern nach den Opfern. „Der Berg gibt seine Opfer aber nicht immer zurück“, sagte der französische Innenminister Manuel Valls, nachdem er mit einem Hubschrauber über das Unglücksgebiet geflogen war.

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