Welt : Leben lernen

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1. Als Verlierer des Schulsystems bezeichnet Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Instituts Niedersachsen, die Schüler des Berufsvorbereitungsjahres (BVJ). Eine Erklärung ist für Pfeiffer die Tatsache, dass sie doppelt so oft wie normale Hauptschüler in der Kindheit Opfer innerfamiliärer Gewalt sind und häufig aus desolaten Familienverhältnissen kommen. Sie haben keinen Hauptschulabschluss und fühlen sich frustriert und ohnmächtig.

2. Medienverwahrlosung: Pfeiffers Institut fand heraus, dass BVJSchüler 5 bis 6 Stunden täglich vor dem Fernseher und Computerspielen verbringen, mehr als alle anderen Schüler. Sie sind so in ihrer Freizeit kaum am aktiven Leben beteiligt. Angesichts der Ohnmachtsgefühle erwächst bei vielen ein Wunsch nach Macht , einmal einen anderen Menschen demütigen zu können.

LÖSUN GEN

1. „Eine frühere Intervention in Gewaltfamilien brauchen wir“ , sagt Pfeiffer. In den Schulen müsse ein Dialog mit den Eltern begonnen werden, insbesondere mit Migrantenfamilien, die oft nicht wissen, dass es hier verboten ist, seine Kinder zu schlagen. In den Schulen müssten Experten von außen für die Kinder vertrauensvoll ansprechbar sein, wenn sie Opfer oder Zeugen von Gewalt in Elternhaus oder Schule sind.

2. Ganztagsschulen könnten nach Ansicht Pfeiffers ein Konzept gegen die Medienverwahrlosung sein, weil die Schüler nachmittags nicht vor der Mattscheibe sitzen, sondern Sport treiben oder in Arbeitsgruppen mitwirken und Lust auf Leben bekommen.

WAS KANN EIN SCHÜLER TUN?

Wer Opfer oder Zeuge einer Gewalttat wird, sollte umgehend Hilfe holen, sagt Pfeiffer. Beim Lehrer oder direkt bei der Polizei. Drohungen der Täter sind meistens leere Drohungen. Wer Hilfe holt, hat Angst überwunden. Angst aber ist die Grundlage des Terrors der Täter. os

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