Welt : Lebenslang für Duisburger Mafiamörder

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Rom - Schluchzend und mit brechender Stimme. So hatte Giovanni Strangio noch vor zehn Tagen seine Unschuld beteuert. Man möge ihn „als einen freien Mann“ seiner Familie zurückgeben, damit er „im Bewusstsein der Gerechtigkeit“ seine beiden kleinen Kinder erziehen könne, flehte Strangio das Geschworenengericht im kalabrischen Locri an. Persönlich anwesend war der Angeklagte nicht. Seit seiner Verhaftung im März 2009 nämlich sitzt der heute 32-Jährige, der im niederrheinischen Kaarst jahrelang zwei Pizzerien betrieben hatte, in einem römischen Hochsicherheitsgefängnis.

Am Dienstag ist Giovanni Strangio zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht befand ihn des sechsfachen Mordes schuldig. Im August 2007 hat Strangio demnach, in Fortführung der jahrelangen Blutrache zwischen den Mafia-Familien Strangio/Nirta und Pelle/Vottari, vor dem Duisburger Lokal „Da Bruno“ sechs Angehörige des feindlichen Clans umgebracht – hingemetzelt förmlich, mit mehr als 50 Schüssen. Zwei Verwandte sollen ihm dabei geholfen haben; sie stehen gesondert vor Gericht. Das Duisburger Massaker gilt bis heute als schlimmstes Mafia-Verbrechen nördlich der Alpen. Paul Kreiner

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