• Lebenslange Haft: Frauenmörder Pommerenke stirbt nach fast 50 Jahren hinter Gittern

Lebenslange Haft : Frauenmörder Pommerenke stirbt nach fast 50 Jahren hinter Gittern

Die erste Verurteilung führte zu lebenslanger Haft und 156 Jahren Zuchthaus. 49 Jahre davon hat der mehrfache Frauenmörder Heinrich Pommerencke abgesessen, bevor er nun im Alter von 71 Jahren verstarb.

Pommerenke
Heinrich Pommerenke wurde auch als das "Ungeheuer vom Schwarzwald" bezeichnet.Foto: dpa

StuttgartEr saß so lange wie kein anderer Häftling in Deutschland hinter Gittern - jetzt ist der Frauenmörder Heinrich Pommerenke nach 49 Jahren im Gefängnis gestorben. Der 71-Jährige sei am Samstag in seinem Bett im Gefängniskrankenhaus Hohenasperg verstorben, sagte ein Sprecher des Stuttgarter Justizministeriums am Dienstag. Er starb an den Folgen einer Blutkrankheit. Pommerenke hatte 1960 vier Frauenmorde gestanden. Außerdem wurde er dem Sprecher zufolge wegen zwölf Mordversuchen, mehreren Vergewaltigungen, Raubüberfällen, räuberischer Erpressung und wegen Diebstahls vom Landgericht Freiburg zu lebenslangem Zuchthaus sowie 156 Jahren Haftstrafe verurteilt. Pommerenke galt bis zuletzt als rückfallgefährdet.

Der damals 21-jährige Pommerenke war am 19. Juni 1959 von der Polizei festgenommen worden, seither saß er ununterbrochen in Haft. Für Entsetzen sorgte unter anderem der Mord an einer jungen Frau, die er aus einem Zug stieß, dann die Notbremse zog, ausstieg und sich an seinem Opfer verging. Im Verhör sagte er laut "Bild"-Zeitung den Polizisten: "Vor Ihnen sitzt kein Mensch, sondern der Teufel." In einem Interview mit der Zeitung im Jahr 2006 versicherte der in Bentwisch bei Rostock geborene Pommerenke, er habe die Gewalttaten nicht "vollbringen" wollen. Er sei von seinem Vater mit der Lederpeitsche geschlagen worden, "weil ich nicht böse sein wollte".

Angeblich las er viel in der Bibel

1986 wurde Pommerenkes Strafe dem modernen Recht angepasst und in lebenslange Gefängnisstrafe umgewandelt, was 25 Jahre bedeutet. Doch noch 2004 stellte ein Gutachter nach Angaben des Stuttgarter Justizministeriums fest, dass der Häftling weiterhin als gefährlich und rückfallgefährdet gelten müsse. Pommerenke hatte zahlreiche Therapie-Angebote bekommen, aber keine Therapie abgeschlossen. Zuletzt war ab Mitte Februar 2007 eine Sozialtherapie mit ihm versucht worden, weshalb er vom Gefängnis Bruchsal nach Hohenasperg verlegt wurde. Nach dem Abbruch auch dieser Therapie kam Pommerenke in Heilbronn in Haft, wo er bis zu seiner Verlegung ins Krankenhaus einsaß.

Dennoch äußerte Pommerenke noch vor wenigen Jahren die Hoffnung auf ein Leben nach dem Gefängnis: "Wenn ich freikäme, würde ich gerne einen Bauernhof kaufen und ihn zu einem Alten- und Waisenheim umbauen. Ein Gebäudeteil wäre für alleinerziehende Mütter", sagte er damals der "Bild"-Zeitung. Angeblich las er im Gefängnis viel in der Bibel. Wann und wo die Beerdigung stattfinden wird, ist laut Stuttgarter Justizministerium noch unklar. Angehörige des Frauenmörders seien nicht bekannt. (ah/AFP)

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