Welt : Lebensmittel: Interview: Lieber trocken trinken

Wie gefährlich sind Lebensmittelzusatzstoffe?

Allergiker sind durch Lebensmittelinhaltsstoffe besonders betroffen. Wir sprachen mit Sonja Lämmel, Ernährungsexpertin vom Deutschen Allergie- und Asthmabund in Mönchengladbach, über Risiken und Schutzmöglichkeiten.

Wie gefährlich sind Lebensmittelzusatzstoffe?

Sie können sowohl allergische als auch pseudoallergische Reaktionen auslösen. Die möglichen Beschwerden reichen von Magen-Darm-Beschwerden über Asthmaanfälle bis hin zu Hautekzemen. Seltener sind Kopfschmerzen, Schwindel und Kreislaufversagen. Insgesamt sind weniger als ein Prozent der Bevölkerung betroffen. Allerdings ist der Reaktionsmechanismus dieser Unverträglichkeiten noch nicht vollständig geklärt. So muss die Frage offen bleiben, wie hoch die Dunkelziffer ist.

Geht von chemischen Zusätzen eine höhere Gefahr aus, als von natürlichen?

Chemische Zusatzstoffe haben keine größere Allergenität als natürliche Substanzen.

Welche Stoffe sind für Allergiker besonders problematisch?

Es gibt mittlerweile einige zugelassene Zusatzstoffe, die für Allergiker bedenklich sind. Dazu gehören einige Azofarbstoffe, zum Beispiel Tartrazin und Gelborange S, Konservierungsstoffe, Verdickungsmittel und Geschmacksverstärker. Auch die nicht deklarierungspflichtigen Enzyme können problematisch sein, weil sie Eiweißstoffe enthalten, auf die viele Allergiker reagieren.

Wie kann sich ein Allergiker vor für ihn gefährliche Zutaten schützen?

Er sollte möglichst viele Speisen wie Salatsaucen, Puddings, Kartoffelpüree oder Quarkspeisen selbst zubereiten, anstatt vorgefertigte Industrieprodukte mit Zusatzstoffen zu essen. Wo es möglich ist, sollte man naturbelassene Produkte bevorzugen, etwa Naturjoghurt ohne Bindemittel und Konservierungsstoffe oder selbst gepressten Fruchtsaft statt Limonade mit Farbstoffen. Ein Allergiker sollte auch trockene Weine bevorzugen. Sie enthalten weniger Schwefeldioxid als süße Weine.

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