Lebensmittel-Skandal : Ekelfleischverdacht: Metro nimmt Produkte aus Regalen

Der Geflügelfleisch-Produzenten Heidemark soll in großem Stil und über Monate hinweg verdorbenes Fleisch aus Polen umetikettiert und in Deutschland verkauft haben. Beweise gibt es aber noch nicht.

Düsseldorf/OldenburgNach dem Bekanntwerden eines möglichen neuen Gammelfleisch-Skandals in Deutschland verkauft der Handelskonzern Metro bis auf weiteres keine Produkte der betroffenen Firma mehr. Man werde bis zur Klärung der Vorwürfe die betroffenen Produkte aus den  Regalen nehmen, sagte ein Sprecher von Metro. Betroffen von der Maßnahme sind die Handelsketten real, Extra sowie Metro Cash & Carry.

Das ARD-Magazin "Panorama" und der Hörfunksender NDR Info hatten berichtet, dass die Staatsanwaltschaft Oldenburg wegen möglichen Verstoßes gegen das Lebensmittel- und Futtergesetz gegen den Geflügelfleisch-Produzenten Heidemark ermittelt. In einem Betrieb des Unternehmens in Niedersachsen solle möglicherweise bereits verdorbenes Putenfleisch umverpackt und neu etikettiert worden sein. Das hätten ehemalige Mitarbeiter der Firma ausgesagt und in eidesstattlichen Versicherungen bestätigt, die "Panorama" und NDR Info vorlägen.

Am Dienstag hatten Beamte den Angaben zufolge die Heidemark-Betriebe in den niedersächsischen Orten Garrel und Ahlhorn sowie eine weitere Firma in Baden-Württemberg durchsucht. Das Unternehmen Heidemark wies gegenüber "Panorama" und NDR-Info die Vorwürfe als "völlig gegenstandslos" zurück. Man werde die Staatsanwaltschaft "vorbehaltlos unterstützen", um eine schnelle
Aufklärung zu erreichen, hieß es. Bisher wurden noch keine Fleischproben amtlich untersucht. "Wir haben hier nichts vorliegen", sagte Hiltrud Schrandt vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Oldenburg. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde in dem beschuldigten Betrieb auch kein verdorbenes Fleisch gefunden. Es seien am Mittwoch bei Durchsuchungen Unterlagen und Akten sichergestellt worden, sagte  Staatsanwältin Frauke Wilken. "Wir haben Verdachtsmomente, aber wir können noch nicht von einem Gammelfleischskandal sprechen." (ctr/ddp/dpa)

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