Lebensmittelskandal : Fleisch mit Salzwasser aufgespritzt

Ein mutmaßlicher Gammelfleisch-Händler aus Niedersachsen hat nach Erkenntnissen der Ermittler auch vier Großküchen beliefert. Das Fleisch wurde mit Salzwasser behandelt, damit es frischer aussieht.

Oldenburg - Es sei denkbar, dass acht Tonnen aufgespritztes Putenfleisch, die trotz einer Beschlagnahmung und trotz eines Berufsverbotes von dem 46-Jährigen aus dem Kreis Cloppenburg weiterverkauft worden waren, an Krankenhäuser, Altenheime und Mensen in ganz Deutschland gegangen seien. Es sei zu befürchten, dass ein Großteil der Ware bereits verzehrt worden sei, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Oldenburg. Gesundheitsschädlich sei das Fleisch aber nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht gewesen. Es war mit Salzwasser aufgespritzt worden, damit es frischer aussieht und zugleich schwerer und damit teurer wird.

Händler wegen Wiederholungsgefahr verhaftet

Die Polizei hatte den Geflügelfleischhändler aus Lastrup am Dienstag wegen Wiederholungsgefahr verhaftet. Er soll acht Tonnen beschlagnahmtes Putenfleisch aus einem Hamburger Kühlhaus geholt und nach Brandenburg gebracht haben, von wo er es weiterverkaufte. Weitere 14 Tonnen Putenfleisch, dessen Qualität nicht bekannt ist, soll er von Brandenburg aus an fünf weitere Betriebe in Deutschland veräußert haben. Der 46-Jährige hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits im November 2005 wegen Gammelfleisch-Vorwürfen die Zulassung für seinen Betrieb verloren. Jeglicher Handel mit Fleisch war ihm verboten worden.

Weiterer Gammelfleischfund in Rheinland-Pfalz

In einem Betrieb im Rhein-Lahn-Kreis ist Gammelfleisch aufgetaucht. Es seien 120 Kilo Rinderfilet, 9 Gänse sowie 940 Kilo Hähnchenfleisch gefunden worden, teilte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad (SPD) mit. Die Lebensmittel seien in einem Nebenkühlhaus gelagert gewesen und aufgefallen, weil sie nach altem Fett rochen. Proben hätten ergeben, dass die Lebensmittel verdorben gewesen seien. Die Funde seien sichergestellt und entsorgt worden.

Rund 500 Kilogramm der im Zuge des Gammelfleisch-Skandals von München nach Baden-Württemberg gelieferten Ware ist verdorben gewesen. Das Fleisch war "nicht mehr zum Verzehr geeignet", wie das Agrarministerium in Stuttgart mitteilte. Insgesamt waren 113 Proben aus den fünf Tonnen Fleisch untersucht worden, die der Münchner Lebensmittelgroßhändler an 39 Betriebe im Südwesten geliefert hatte. 14 Proben waren verdorben. Betroffen davon waren Betriebe in Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe und im Landkreis Rastatt. (tso/ddp/AFP)

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