Welt : Leute: Bob Marley starb vor 20 Jahren

Julia Rehder

Es ist nicht die Musik alleine, die ihn weltberühmt machte. Natürlich geht der Rhythmus unter die Haut und Strandbilder und schwingende Hüften werden durch die geschmeidigen Klängen in der Fantasie der Fans gleich mitgeliefert. Doch das alleine wäre für Reggae nichts Ungewöhnliches. Bei Bob Marley ist es die Aussage hinter der Musik, die "message", die Millionen Fans überzeugt und mitgerissen hat. Heute vor 20 Jahren starb die Reggae-Legende im Alter von nur 36 Jahren an Krebs.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" bezeichnete Robert Nesta Marley einmal als den "ersten Rock-Superstar aus der dritten Welt". 1945 wurde er im jamaikanischen St. Ann geboren und wuchs dann im Ghetto von Kingston, dem viel besungenen Trenchtown ("Trenchtown Rock" oder auch "Shanty Town") auf. Er war es, der die Rasta-Bewegung - eigentlich ein Erbe der Sklaverei - populär machte. Seine Liedtexte, die sich gegen Rassismus, Gewalt und soziale Ungerechtigkeit richten, waren Ausdruck eines neuen schwarzen Selbstbewusstseins. Durch die politische Ausdruckskraft seiner Songs und sein persönliches Charisma wurde Marley vor allem in seiner Heimat Jamaika schnell zur Legende. Sein Einfluss war so groß, dass es ihm sogar gelang, den Terror, der auf Jamaika seit über zehn Jahren herrschte, zumindest für einige Zeit zu unterbrechen: Im April 1978 reichten sich die verfeindeten Führer der Karibikinsel vor 30 000 Zuschauern beim "One Love" Konzert die Hände. Im gleichen Jahr erhielt Marley die UN-Friedensmedaille in New York. Noch zwei Jahre zuvor brachte ihn sein politisches Engagement persönlich in große Gefahr: Nur um Zentimeter hatte ihn die Kugel eines Attentäters verfehlt.

Noch immer machen seine Platten mehr als die Hälfte aller verkauften Reggae-Musik weltweit aus. Seine "Greatest-Hits"-Sammlung "Legend" rangiert auf der US-Liste der bestverkauften Alben aller Zeiten mit mehr als zehn Millionen Stück auf Platz zwei. Zu den Klängen von "No Woman, No Cry" und "I Shot the Sheriff" werden seine Fans am Freitag am Bob-Marley-Museum in Kingston ihres Idols gedenken.

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