Welt : Leute: Doris Schröder-Köpf: Appell an die Boulevardzeitungen

Doris Schröder-Köpf hat die Medien angesichts des CDU-"Fahndungsplakats" ihres Mannes und des Eindringens in ihr Privatleben zu mehr Verantwortung und Distanz aufgefordert. Dabei appellierte sie vor allem an die Boulevardzeitungen und die so genannte Yellow Press. "Sie müssen sich vorstellen, ich sitze zu Hause und arbeite gerade an meinem Buch und kriege die Agenturmeldung, und besorge mir dieses Foto. Ich sehe das so an, und auf einmal ist bei mir so eine Angst hochgekrochen. Meine Sorge war jetzt, wenn mein Mann wirklich in Deutschland als Verbrecher plakatiert wird, dass sich dann all diese Leute auch noch legitimiert fühlen können, ihm was zu tun", sagte Schröder-Köpf gegenüber "NDR 4 Info". Die gelernte Journalistin beklagte sich vor allem über Berichte von einem angeblichen Baby-Drama im Kanzler-Haushalt. Sie habe, so hieß es in einem der Blätter, eine Fehlgeburt erlitten. Doris Schröder-Köpf: "Dann gab es weitere Berichterstattung, die wurde immer intensiver. Und als meinem Mann dann auch noch eine Affäre mit einer Sicherheitsbeamtin angedichtet wurde (...) dann hat es mir, wie man auf gut bayrisch sagt, einfach gereicht." Scharf kritisierte sie, dass Medienverteter in die Schule ihrer Tochter Klara eingedrungen seien. "Ich finde, das darf Journalismus nicht. Auch nicht Journalismus in so genannten Yellow-Press-Blättern. Auch für die gelten Gesetze." Schröder-Köpf hat selbst 16 Jahre lang als Journalistin gearbeitet, unter anderem auch für "Bild" in Bonn. Zu Spekulationen über eine mögliche Zusammenarbeit zwischen dem Springer-Verlag und der Opposition sagte Doris Schröder-Köpf: "Ich denke, dass es ein sich gegenseitig befruchtendes Vorgehen gibt. Und das kann man sich auch gut erklären, wenn man einige der handelnden Personen und deren Beziehungen und Freundschaften in bestimmten Bereichen eben kennt." Ihr Mann möchte eine zweite Legislaturperiode regieren - falls die Wähler das wollten. "Wir haben eine Absprache unter uns, dass es auf keinen Fall (...) so lange dauern darf wie bei Helmut Kohl. Also 16 Jahre, das wäre mir echt zu viel".

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