LEUTE : LEUTE

Heute aus New York

Weltbürger Superman.

Ein dramaturgischer Kniff in einer aktuellen Superman-Erzählung erregt derzeit Comicfans und politische Kommentatoren in den USA: Die uramerikanische Pop-Ikone, Ende der 1930er von Joe Shuster und Jerry Siegel erschaffen und seitdem als Kämpfer für „Wahrheit, Gerechtigkeit und die amerikanische Lebensart“ weltweit zum Markenzeichen geworden,

will seine US-Staatsbürgerschaft abgeben. „Ich habe die Nase voll davon, dass meine Taten als Instrumente der amerikanischen Regierungspolitik verstanden werden“, lässt Autor David S. Goyer die Figur im aktuellen Heft der Reihe „Action Comics“ sagen. Dafür sei die Welt zu klein und zu vernetzt geworden. Deswegen wolle er vor den Vereinten Nationen sprechen und seine US-Staatsbürgerschaft widerrufen. Nicht nur in den einschlägigen Fanforen wird das kontrovers diskutiert, auch politische Kommentatoren äußern Empörung und Zustimmung, je nach politischem Lager. So schreibt Jonathan V. Last vom konservativen „Weekly Standard“: „Wenn Superman nicht mehr an Amerika glaubt, glaubt er an gar nichts mehr.“ Die meisten Fans gehen allerdings davon aus, dass Supermans Sinneswandel höchstens vorübergehend ist – wie zuvor auch schon der als Comic-Ereignis inszenierte Tod der Figur. lvt

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