Welt : Leute: Til Schweiger als Max Schmeling

In seiner Jugend hat er schon mal die Boxhandschuhe übergestreift, jetzt steigt er als Sportlegende Max Schmeling in den Ring: Der deutsche Schauspieler Til Schweiger (37) muss für seinen neuen Streifen "Joe und Max" wieder Schläge einstecken. "Ich trainiere bis zu drei Stunden täglich mit einem eigenen Coach für diesen Film", sagte Schweiger in einem dpa-Gespräch. Für die Dreharbeiten habe er bereits vier Kilo zugenommen - "alles Muskel", wie er versichert. Die 20 Millionen Mark teure deutsch-amerikanische Produktion (Regie: Steve James) über den Aufstieg Schmelings zum Boxidol und seinen Fall nach dem Revanche-K.O gegen den Amerikaner Joe Louis wird zur Zeit in Berlin und Babelsberg gedreht. Mit Schweiger stehen unter anderem Peta Wilson ("La Femme Nikita") als Schmelings Ehefrau Anny Ondra sowie Richard Roundtree ("Shaft", "Sieben") vor der Kamera. "Es ist die Geschichte von zwei Männern, die von ihren Systemen ausgenutzt wurden und am Schluss als Freunde zusammen kommen", beschreibt Schweiger die wechselvolle Beziehung zwischen dem deutschen Boxer und Joe Louis, gespielt von Leonard Roberts ("Buffy", "He Got Game"). Schweiger hat Schmeling bereits als Kind bewundert. Schmeling sei nie ein Nazi gewesen. Erst nach seinem Sieg gegen Joe Louis 1936 hätten ihn die Nationalsozialisten als Propagandafigur entdeckt. In einer Wohnung am Kurfürstendamm wird zur Zeit jene historisch verbürgte Szene gedreht, in der Schmeling zwei jüdische Bekannte vor dem Zugriff durch die Gestapo versteckt. Auch nach seinem jüngsten Erfolg mit "Driven", mit dem Schweiger als Rennfahrer an der Seite von Sylvester Stallone die US-Kinocharts erstürmte, sieht der Schauspieler das Verhältnis zu seiner Wahlheimat pragmatisch. "Wäre ich in Deutschland geblieben, hätte ich nie Filme mit Nick Nolte, Emma Thompson oder Stallone machen können."

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