LEUTE : Wettkampf mit dem Qualm

Noch vor Olympia will China Rauchverbote durchsetzen – das wird schwierig Heute aus Rom und New York

Benedikt Voigt[Peking]

Nein, sagt der Chef des Guizhou-Restaurant „Luo Luo Suan Tang Yu“, das neue Rauchverbot in Peking werde für ihn kein Problem darstellen. „Wir haben seit der Eröffnung getrennte Bereiche für Raucher und Nichtraucher“, erzählt Ren Hua Rong. Ein abgetrennter Raum vor der Toilette sei für die Freunde von Rauchwaren reserviert, der Rest sei Nichtraucherbereich – wo gerade ein junger Chinese seine Beine in den Gang streckt und das Essen mit einer Zigarette abrundet.

Es ist ein schwieriges, vielleicht sogar aussichtsloses Vorhaben, das die Stadtregierung Pekings ab dem 1. Mai umsetzen will: Im August sollen „rauchfreie Olympische Spiele“ stattfinden, weshalb zuvor ein umfangreiches Rauchverbot in Kraft tritt. Auf öffentlichen Plätzen, in Parks, Schulen darf nicht mehr geraucht werden, Restaurants und Internetcafés müssen Nichtraucherbereiche anbieten. Auf den olympischen Anlagen und in den Stadien herrscht ebenfalls Rauchverbot. Doch in China gibt es eine ausgeprägte Kultur des Rauchens. Ein Sprichwort lautet: Yan jiu bu fen jia – Zigaretten und Alkohol kann man nicht trennen.

350 Millionen Raucher gibt es in China, das ist ein Drittel aller Raucher weltweit. Pro Jahr werden im Reich der Mitte zwei Billionen Zigaretten verkauft, das Päckchen umgerechnet für 14 Cent. Das Anbieten von Zigaretten gilt als Zeichen der Freundschaft, sie werden zur Kontaktaufnahme überreicht – oder als Bestechungsmittel. Allein in Peking wird die Zahl der Raucher auf fünf Millionen geschätzt.

„Wir wollen unsere Verpflichtung gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee einhalten“, sagt Sun Xuanli, Vizedirektor des Pekinger Komitees der Patriotischen Gesundheitskampagne, die gestern die neuen Anti-Raucher-Regeln vorstellte. Das IOC hat seit dem Jahr 2000 seine Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation WHO verstärkt. Seitdem darf bei Olympischen Spielen nicht für Tabak und Tabakproduzenten geworben werden. Damit die Pekinger Spiele rauchfrei werden, sollen bis zu 100 000 Tabakkontrolleure Raucher erziehen und ermahnen, 2200 Beamte dürfen sie sogar bestrafen. Ein Restaurant, das keinen Nichtraucherbereich anbietet, muss bis zu 5000 Yuan (456 Euro) Strafe zahlen. Trotz Ermahnung weiterzurauchen, kostet 10 Yuan (91 Cent).

Seit vergangenem Jahr kämpft in der Olympiastadt ein Zivilisierungsbüro auch gegen das Spucken. Doch trotz Strafandrohung wird auf Pekings Straßen weiterhin ausgiebig gespuckt. Der Kampf gegen das Rauchen dürfte ähnlich schwierig werden. Zwar glaubt Sun Xuanli: „Für die Bevölkerung ist das Rauchverbot ein wichtiges Anliegen.“ Doch auch Chinas stellvertretender Sportminister Cui Dalin erklärte kürzlich Abgeordneten, wie die Olympischen Spiele die Bevölkerung anregen sollen, gesünder zu leben. Anschließend trat er in einen Nichtraucherbereich und zündete sich eine Zigarette an.

James Bond, Geheimagent, wird vom Pech verfolgt: Wegen heftiger Regenfälle am Gardasee mussten die Dreharbeiten für den 22. Bond-Film mehrfach unterbrochen werden – und schon zum dritten Mal kam es jetzt zu einem Autounfall: Zwei Set-Mitarbeiter prallten erst gegen einen Lkw und dann gegen eine Mauer. Schon am Samstag hatte ein Mitglied der Crew auf dem Weg zur Arbeit den legendären Aston Martin des Geheimagenten „Ihrer Majestät“ auf dem Weg zur Arbeit filmreif im See versenkt. Strafzettel, Bußgelder und Wetterfühligkeit: „Das ist das Ende des James-Bond- Mythos“, prophezeien italienische Journalisten bereits. dpa

Lou Reed

, Musiker, hat seine langjährige Freundin, die Performance-Künstlerin Laurie Anderson geheiratet. Laut „New York Post“ gaben sich die beiden schon am 12. April heimlich das Jawort. Der Gründer der legendären Band „Velvet Underground“ und Anderson leben

seit 1995 zusammen. Bei einer Nachfeier in New York war auch der Maler und Regisseur Julian Schnabel, der Reeds Album-

Cover „The Raven“

gestaltet hatte. dpa

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