Welt : Leute

Die Autorin Ulla Hahn hat dem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki vorgeworfen, ihren neuen Roman "Das verborgene Wort" "unsachlich, unfair und böswillig" verrissen zu haben. Sie empfinde die im "Literarischen Quartett" geäußerte Kritik "als einen Vernichtungsversuch, der mich sehr verletzt", sagte sie Radio Bremen. "Dass Ulla Hahn sehr verletzt ist, überrascht mich nicht im geringsten, aber natürlich betrübt es mich", sagte Reich-Ranicki der dpa. Von einem "Vernichtungsversuch" könne aber überhaupt keine Rede sein. "Das ist gänzlich absurd. Ich habe nur mein Urteil über das Buch geäußert." Er halte Hahn für eine sehr bedeutende Lyrikerin, die wie andere bedeutende Lyriker - etwa Paul Celan, Ernst Jandl oder Günter Eich - aber nicht erzählen könne. Reich-Ranicki hatte vor vielen Jahren Ulla Hahns Lyrik hoch gepriesen und damit zur Bekanntheit der preisgekrönten Dichterin beigetragen. Von diesem Lob nehme er kein Wort zurück, sagte Reich-Ranicki. Zu ihrem ersten Roman habe er bewusst nichts gesagt, zu ihrem jetzt erschienenen zweiten könne er aber nicht mehr schweigen. Dies sei kein Roman, sondern der Bericht eines infantilen, pubertären Mädchens, deshalb höchstens für weibliche Leser von Interesse. "Wir Autoren nehmen Reich-Ranicki als Kritiker nicht mehr ernst, aber wir fürchten seine Macht", sagte Hahn.

Helmut Kohl hat erklärt, wie es am Wochenende zu dem Foto mit Nadja Abdel Farrag gekommen ist, das über die Agenturen verbreitet wurde. Kohl hatte auf dem "Ball der Sterne", einer Wohltätigkeitsveranstaltung, die einst seine Frau als Schirmherrin betreute, eine Rede gehalten. "Ein Fotografenpulk kam, schob sie zu mir hin", sagte er "Bild". "Und wie ich es von meiner Mutter gelernt habe, bin ich aufgestanden, habe artig Guten Tag gesagt und mich wieder gesetzt. Ansonsten - Sie verzeihen? - wusste ich nicht, wer die Dame ist."

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