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Das dänische Königshaus steuert offenbar auf eine schwere Krise zu. Königin Margrethe II. und Kronprinz Frederik mussten Hals über Kopf die niederländische Thronfolger-Hochzeit verlassen, um zu Prinz Henrik nach Südfrankreich zu reisen. Der Ehemann der Königin und Vater des Kronprinzen hatte zuvor die Teilnahme an der Hochzeit in den Niederlanden verweigert und von seinem französischen Weinschloss aus in einem Zeitungsinterview erklärt, er fühle sich in der royalen Hierarchie durch seinen Sohn zur Nummer Drei "degradiert und gedemütigt". "Ich brauche jetzt eine lange, lange Denkpause", erklärte der 67-jährige Henrik in einem beispiellos offenen Interview über seine Rolle am Hof. Der in Frankreich Geborene sagte: "Nach 30 Jahren in Dänemark tut man so, als sei ich die Nummer Drei. Als trete der Kronprinz an meine Stelle. Dieses Spiel mache ich nicht mit. Ich bin die Nummer Zwei. Das muss ich sein. Man kann die Hierarchie nicht einfach ändern." Um dem Eindruck einer bevorstehenden Trennung des Königspaares entgegenzutreten, lud der Hof Pressefotografen für einen gemeinsamen Termin mit dem Königspaar und dem Thronfolger ein. Henrik hatte seit seiner Einheirat in den dänischen Hof 1967 mehrfach durch eigenwillige Interviewäußerungen negatives Aufsehen erregt. So meinte der gebürtige Greve de Monzepat, die Erziehung von Kindern sei durchaus mit der Aufzucht von Hunden vergleichbar und verlange auch ähnliche Methoden. Er beklagte sich über seine "eines Mannes unwürdige" Abhängigkeit von der Apanage der Ehefrau und äußerte auch mehrfach, dass die dänische Öffentlichkeit ihn durchaus freundlicher hätte aufnehmen können, als das der Fall war.

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