Welt : LEUTE

Heute aus Berlin und Rom

-

Michael Moore , Filmemacher, ist bei seiner persönlichen Suche nach einem Fernsehsender, der seinen AntiBush-Film „Fahrenheit 9/11“ noch vor der amerikanischen Präsidentschaftswahl ausstrahlt, in Deutschland fündig geworden. ProSieben sendet den Erfolgsfilm am 1. November, dem Vorabend der Wahl, um 20 Uhr 15. Eine Wiederholung wird noch am selben Abend um 23 Uhr 20 bei Sat.1 gesendet. Um eine TV-Ausstrahlung zu ermöglichen, hatte Moore auf die Chance eines weiteren Oscars verzichtet. Das Oscar-Reglement lässt keine frühzeitige TV-Ausstrahlung zu. Moore begründete seine angeblich uneigennützige Haltung damit, dass ihm die Verhinderung der Wiederwahl von Präsident George W. Bush wichtiger sei als eine weitere Auszeichnung. Wie eine TV-Ausstrahlung in Deutschland Bushs Wiederwahl verhindern soll, erklärte er nicht. Moores großzügiger Verzicht auf seinen nächsten Oscar ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass er bereits im vergangenen Jahr einen Oscar gewonnen hat – für „Bowling für Colombine“. Einen erneuten Oscar in so kurzer Folge halten Experten eher für ein bisschen unwahrscheinlich.

* * *

Silvio Berlusconi , italienischer Regierungschef , mag keine Linken. Und deren Rache ist fürchterlich. Am 16. August war Tony Blair zu Besuch auf Berlusconis sardischem Luxus-Landgut „La Certosa“; man spielte Fußball, und dabei trat Blair seinen Gastgeber so heftig vors Knie, dass der sich im Krankenhaus behandeln lassen musste. Wie wirkungsvoll Blairs Attacke war, durfte am Mittwochabend der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer besichtigen. „Berlusconi hat sein Hosenbein hochgekrempelt und mir den Gipsverband gezeigt, den er immer noch trägt", sagte Fischer bei seinem Staatsbesuch in Italien. Nach fast zwei Monaten wohlgemerkt. Folgerichtig hat Berlusconi darauf verzichtet, Fischer nach Sardinien einzuladen. Der steht nämlich noch viel weiter links als Blair. dpa/pak

0 Kommentare

Neuester Kommentar