• Liebesleben einer Ministerin: Rachida Dati erringt ersten Erfolg im Vaterschaftsstreit

Liebesleben einer Ministerin : Rachida Dati erringt ersten Erfolg im Vaterschaftsstreit

Lange Zeit hat Rachida Dati beharrlich geschwiegen, wenn es um den Vater ihrer kleinen Tochter ging. Ihr Privatleben sei eben etwas „kompliziert“, wimmelte Frankreichs einstige Justizministerin neugierige Fragen ab. Doch nun hat Dati die Strategie gewechselt.

Rachida Dati, schillernde Ministerin unter Sarkozy.
Rachida Dati, schillernde Ministerin unter Sarkozy.Foto: AFP

Die für ihren Hang zu Glamour und Luxusgarderoben bekannte Politikerin konnte am Dienstag einen ersten Erfolg verbuchen: Ein Gericht in Versailles ordnete für den früheren Liebhaber Datis einen Gentest an. Wenn das Ergebnis vorliegt, soll ein neuer Gerichtstermin anberaumt werden.
Der 68-jährige Desseigne ist Chef des Unternehmens Lucien Barrière (GLB), das 37 Casinos, 15 Luxushotels sowie fast 130 Restaurants und Bars betreibt und einen Jahresumsatz von fast 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2011 erzielte. Das Vermögen seiner Familie wird nach Angaben des Wirtschaftsblattes „Challenges“ auf derzeit 350 Millionen Euro geschätzt.
Der schwerreiche Unternehmer bestreitet entschieden, der Vater der im Januar 2009 geborenen Zohra zu sein. Zugleich lehnte er bisher einen Vaterschaftstest ab. Dazu kann der Unternehmer nach französischem Recht auch nicht gezwungen werden - ungeachtet der gerichtlichen Anordnung. Doch könnte seine Weigerung das Gericht dazu veranlassen, seine Vaterschaft als wahrscheinlich anzusehen.
Möglicherweise hat Desseigne mit der Anordnung des Tests gerechnet und deshalb schon vorsorglich zurückgeschlagen: Zum Zeitpunkt der Empfängnis ihres Kindes habe Dati nicht weniger als acht Liebhaber gehabt, plauderte seine Anwältin Anfang November im Wochenendmagazin der Zeitung „Le Monde“ aus.
Die Liste umfasst demnach einen Fernsehmoderator, einen französischen Ex-Minister, einen Bruder von Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy, einen ehemaligen Staatsanwalt aus Katar sowie einen früheren spanischen Regierungschef. Gemeint ist offenbar der Konservative José Maria Aznar, der gegen solche Gerüchte bereits 2009 gerichtlich vorging.
Dati, die vor einer Woche 47 Jahre alt wurde, war nach der Wahl Sarkozys zum Präsidenten im Mai 2007 einer der Stars im französischen Kabinett. Die aus einer nordafrikanischen Einwandererfamilie stammende Politikerin der konservativen ehemaligen Regierungspartei UMP machte sich aber schnell mit einem autoritären Führungsstil unbeliebt. Sie fiel bei Sarkozy in Ungnade und wurde auf dessen Initiative hin Mitte 2009 ins Europaparlament abgeschoben.

In der EU-Volksvertretung machte Dati vor allem durch einen Telefon-Mitschnitt von sich reden, in dem sie einer Freundin gestand, wie sehr sie sich in ihrem neuen Job langweile. Bei ihren seltenen Auftritten im Plenum sonnt sie sich im Blitzlichtgewitter der Fotografen. In den Ausschüssen, wo die eigentliche Arbeit anfällt, ist sie ihren Kollegen zufolge kaum zu sehen.
Für Heiterkeit sorgte Dati vor zwei Jahren mit einem peinlichen Lapsus: In einem Fernsehinterview zum Thema Börsenspekulanten verwechselte die Politikerin den Begriff „inflation“ mit „fellation“, was im Französischen Oralsex bedeutet.
Den Unternehmer Desseigne hatte Dati nach Angaben aus seinem Freundeskreis 2007 kennengelernt. Silvester des gleichen Jahres verbrachte das Paar in einem Luxushotel in Mauritius, wovon ein Paparazzi-Foto zeugt. Die Beziehung sei wenige Monate später zu Ende gegangen, erzählte ein Vertrauter des 68-Jährigen in „Le Monde“. Desseigne habe der Politikerin damals eröffnet, dass er kein Kind mit ihr wolle.
Dati habe ihrem Ex-Freund mehrere Drohbriefe geschickt, berichteten Freunde des Unternehmers weiter. Noch kürzlich habe sie diskrete Verhandlungen über Unterhaltszahlungen angeboten, was Desseigne abgelehnt habe. Nun muss er entscheiden, ob er mit einem Gentest Klarheit in den Vaterschaftsstreit bringen will.

(AFP)

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