Welt : Liebeslotterie oder tugendhafte Heilige

DOMINIK NOURNEY

Am 14.Feburar, dem Valentinstag, fanden schon im antiken Rom die Paare zueinanderVON DOMINIK NOURNEYHeute ist Valentinstag.Der Tag der Verliebten und der Jugend.Was hierzulande wie ein amerikanischer Exportatikel oder eine umsatzsteigernde Verkaufsidee der Geschenkeindustrie anmutet, geht in Wirklichkeit auf einen alten, heidnischen Brauch zurück.Das antike Rom feierte am 14.Februar das Fest des Hirtengottes Lupercus.In einer "Liebeslotterie" wurden jungen Pärchen ausgelost und duften dann - je nach Sympathie - das Jahr über zusammen bleiben.Die Beziehung stand sogar unter dem besonderen Schutz des Liebesgottes Amor.Die christliche Kirche empfand das Treiben später als höchst anstößig und wandelte die Liebeslotterie in eine Heiligenlotterie um.Die Jugend konnte fortan am 14.Februar nur noch den Namen eines Heiligen ziehen und sich dessen Lebenswandel für das kommende Jahr zum Vorbild nehmen.Diese Vergeistigung des Liebeskultes führte dazu, daß er für mehrere hundert Jahre in Vergessenheit geriet. Der Name "Valentinstag" und der Brauch, geliebten Menschen etwas am 14.Feburar zu schenken, geht dagegen auf den heiligen Valentin zurück.Er soll im dritten Jahrhundert in Rom junge Paare mit Blumen beschenkt haben.Römischen Männern soll er dazu geraten haben, lieber bei ihrer Frau zu bleiben, als in den Krieg zu ziehen.Die Ratschläge kosteten ihn das Leben: Am 14.Februar 269 wurde Valentin unter Kaiser Claudius II.hingerichtet.Erst seit dem späten 14.Jahrhundert wurde der Valentinstag in England und Frankreich als Fest der Liebenden gefeiert.Das erste Liebesgedicht zum Valentinstag stammt vom Herzogs von Orleans, der nach der Schlacht von Azincourt im englischen Tower einsaß und an seine Frau in Frankreich schrieb. In Deutschland kamen Valentinsgrüße erst nach dem zweiten Weltkrieg in Mode.Richtig durchgesetzt hat sich der Valentinstag jedoch noch nicht.Zwar verzeichnen Blumengeschäfte am 14.Februar einen höheren Umsatz, Blumenpreise steigen um ein Vielfaches, jedoch sind die Deutschen im Vergleich zu den Amerikanern und Briten ausgesprochen schreib-und geschenkfaul und nicht geneigt, sich am einschlägigen Stichtag in den Dienst der Minne zu begeben.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar