Welt : Littleton besucht Erfurt

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 Erfurt (dpa). Sechs Wochen nach dem Schulmassaker im Gutenberg-Gymnasium haben Angehörige und Opfer des Amoklaufs von Littleton (USA) die Stadt Erfurt besucht. „Wir wollen den jungen Leuten helfen, mit ihren Ängsten umzugehen und hoffen, dass sie begreifen, dass die Sonne wieder aufgeht“, sagte Pfarrer Bruce Porter aus Littleton am Freitag bei einer Diskussionsrunde im Rathaus. Unter den 12 Gästen aus den USA war auch ein Schüler, der verletzt wurde, und die Mutter einer erschossenen Schülerin. Die Gäste wollten zum Gedenken an die Toten vor dem Gutenberg-Gymnasium einen Kranz niederlegen.

Auch Schüler des Gutenberg-Gymnasiums sind zu den Veranstaltungen während des Besuchs eingeladen. Der 19-jährige frühere Schüler Robert Steinhäuser hatte dort am 26. April 16 Menschen und sich erschossen. In Littleton im US-Bundesstaat Colorado brachten zwei Jugendliche vor rund drei Jahren an der Columbine Highschool 12 Schüler und einen Lehrer um. Anschließend erschossen sich die Täter. Bislang ist unklar, inwieweit sich Steinhäuser das Massaker in Littleton zum Vorbild nahm.

Die amerikanischen Gäste trafen sich zuvor mit Erfurter Schülern im Heinrich-Mann-Gymnasium, um darüber zu sprechen, wie der Amoklauf verarbeitet werden kann, berichtete Pastor Markus Brandt von einer Evangelischen Freikirche. „Wir kommen nicht mit fertigen Antworten“, sagte Porter. „Wir wollen mit den Betroffenen über ihre Ängste reden.“ Porter war schon vor einem halben Jahr eingeladen worden, nach der Erfurter Bluttat bekam der Besuch eine neue Bedeutung. Am Samstagabend und am Sonntag ist ein Gedenkgottesdienst mit Musik und Diskussion für die Schülerin Rachel Scott vorgesehen, die beim Amoklauf in Littleton ums Leben kam.

Am Samstag trifft sich die Gruppe um Pfarrer Porter dann mit Einsatzkräften des Massakers von Erfurt.

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