Live-Blog zu Orkan "Xaver" : Entwarnung auch für Hamburg

Auch wenn gravierende Schäden ausblieben, hat das Orkantief in Berlin seine Spuren hinterlassen. In Hamburg gibt es mittlerweile ebenfalls Entwarnung. Am Abend war die Flut einen Meter niedriger als noch am Morgen. Die wichtigsten Ereignisse rund um "Xaver" hier in unserem Blog.

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Orkan "Xaver" sorgte auch bei der Bahn für einige Verspätungen.
Orkan "Xaver" sorgte auch bei der Bahn für einige Verspätungen.Foto: dpa

Orkan „Xaver“ hatte die deutsche Küste am Donnerstag mit voller Wucht erreicht. Weite Teile Norddeutschlands wurden schwer von "Xaver" getroffen und in Großbritannien, Skandinavien und Polen starben mehrere Menschen. Am Freitag gab es zwar auch Einsätze, aber gravierende Schäden blieben aus. Zwar wurde Berlin auch deutlich weniger schwer getroffen als zunächst angenommen wurde, aber auch hier sind die Auswirkungen der Naturgewalten zu spüren. Lesen Sie hier die Ereignisse des Sturm-Tages:

19.05 Uhr: Entwarnung auch in Hamburg: Gegen 18.00 Uhr ist im Hafen ein Wasserstand von rund drei Metern über dem mittleren Hochwasser (5,10 Meter über NN) erreicht worden. Die Flut war damit rund einen Meter niedriger aufgelaufen als am Morgen. Am Abend waren noch einige Straßen im Hafenbereich gesperrt, für das Morgenhochwasser am Samstag rechnete die Innenbehörde nicht mehr mit besonderen Maßnahmen.

18.48 Uhr: Europaweit ist die Zahl der Todesopfer mittlerweile auf acht gestiegen. In Polen starben drei Menschen, als ein Baum auf ihr Auto fiel.
Für zwei Seemänner, die am Donnerstagmorgen vor der schwedischen Küste über Bord gegangen waren, gab es keine Hoffnung mehr.

In Großbritannien und Skandinavien hatte es bereits am Donnerstag drei Tote gegeben.

16.04 Uhr: Nach Angaben von Feuerwehr und Polizei gab es bis zum Freitag zwar zahlreiche Sturm-Einsätze, gravierende Schäden blieben aber aus. Die Nordseeküste und die Stadt Hamburg überstanden die durch den Orkan verursachte Sturmflut problemlos. Europaweit starben nach ersten Erkenntnissen sieben Menschen.

15.46 Uhr: Die Unwetterwarnung für Berlin wurde aufgehoben.. Union Berlin reist wegen «Xaver» mit dem Bus nach München.

15.32 Uhr: Die Kiefer an der Zehlendorfer Wilskistraße ist von der Feuerwehr beseitigt worden. Die U-Bahnlinie 3 fährt wieder zur Krumme Lanke.

So wütete Orkan "Xaver"
Nachdem das Orkantief "Xaver" aus Niedersachsen abgezogen ist, läuft am Samstag der Fährverkehr zu den ost- und nordfriesischen Inseln und Helgoland wieder an.Weitere Bilder anzeigen
1 von 136Foto: dpa
07.12.2013 22:19Nachdem das Orkantief "Xaver" aus Niedersachsen abgezogen ist, läuft am Samstag der Fährverkehr zu den ost- und nordfriesischen...

15.20 Uhr: Orkan "Xaver" hat die Berliner Feuerwehr gestern und heute auf Trab gehalten: Seit gestern Abend 23 Uhr bis 7 Uhr am frühen Morgen war die Feuerwehr 80 Mal wetterbedingt im Einsatz. Zwischen 7 Uhr und 10.30 Uhr wurden rund 150 wetterbedingte Einsätze geleistet. Aktuell zählt die Feuerwehr insgesamt 450 Einsätze. Verletzt wurde dabei niemand. "Zwar haben wir mittlerweile nicht mehr so viele Einsätze, aber der Ausnahmezustand gilt wegen der Unwetterwarnung nach wie vor", sagte ein Sprecher der Feuerwehr.

15.14 Uhr: Beim Unfall eines Rettungswagens in der Nähe von Plau in Mecklenburg-Vorpommern ist eine 82 Jahre alte Patientin ums Leben gekommen. Ein Notarzt und ein Rettungssanitäter wurden schwer verletzt, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Schwerin am Freitag mitteilte. Der Fahrer des Rettungswagens blieb unverletzt. Nach den vorläufigen Ermittlungen kam der Rettungswagen, der mit Blaulicht unterwegs war, am Morgen von der Straße ab und prallte frontal gegen einen Baum, nachdem er zwei Lkw überholt hatte. Die Unfallursache war zunächst unklar. Zur Unfallzeit herrschten in der Region wegen des Orkantiefs „Xaver“ Sturm und Straßenglätte.

15.06 Uhr: Wie sehen die Vergleiche zwischen „Xaver“ und dem Vorgängertief „Christian“ aus, das vor fünfeinhalb Wochen im Norden gewütet hatte? „Christian“ richtete deutlich mehr Schaden an, obwohl „Xaver“ viel länger wütete."Christian war ein 100-Meter-Sprinter und Xaver eher ein Marathonläufer, sagte Helgolands Bürgermeister Jörg Singer.

14.37 Uhr: Der Katastrophenschutz in Hamburg rechnet derzeit mit einer zweiten Sturmflut um 18 Uhr, die voraussichtlich mit etwa fünf Metern über Normal Null am Pegel St. Pauli eintreten wird.

Keine Kita und keine Fähre

14.25: Die U3 wird noch bis mindestens 15 Uhr teilweise gesperrt sein. Die Feuerwehr muss die 20 Meter hohe Kiefer an der Wilskistraße teilweise zersägen, damit er nicht die Stromschiene beschädigt. Zwischen dem U-Bahnhof "Krumme Lanke" und dem U-Bahnhof "Breitenbachplatz" fahren Busse. Auch den Fernverkehr hat „Xaver“ getroffen. Auf den Strecken nördlich von Hamburg fuhr am Freitag fast kein Zug mehr und daran soll sich bis zum Abend nichts ändern. Die Linien Hamburg-Hannover und Berlin-Hamburg sind ebenfalls mehrere Stunden gesperrt, weil der Sturm Bäume umgeknickt hatte, die auf die Schienen fielen. Einige Fahrgäste mussten auf halber Strecke in Busse umsteigen. Andere Züge wurden umgeleitet, was zu großen Verspätungen führte.

14.09: Der Fährbetrieb der F10 musste wieder eingestellt werden.

14 Uhr: Jetzt meldet die Bahn eine Stellwerksstörung in Grunewald, wodurch keine S7 zwischen Westkreuz und Wannsee fährt. Ab Wannsee sollen Fahrerinnen und Fahrer auf die Regionalbahn 1 Richtung Frankfurt/ Oder oder Eisenhüttenstadt und die Regionalbahn 7 Richtung Wünsdorf-Waldstadt ausweichen.

In Cuxhafen wurde dieses Auto von einem herabfallenden Dach getroffen.
In Cuxhafen wurde dieses Auto von einem herabfallenden Dach getroffen.Foto: Reuters

13.55 Uhr: Fahrzeugschäden durch die Kollision mit Gegenständen, die ein Sturm auf die Straße geweht hat, können nicht über die Kfz-Teilkaskoversicherung abgewickelt werden. Dafür zahle nur eine Vollkaskoversicherung. Wenn hingegen ein Auto bei Sturm ab Windstärke 8 von herabfallenden Dachziegeln oder Ästen direkt getroffen und verbeult wird, liegt der Fall anders: Solche Schäden ersetzt die Kfz-Teilkaskoversicherung abzüglich einer vereinbarten Selbstbeteiligung.

13.39 Uhr: Die S8 fährt wieder zwischen Birkenwerder und Grünau/ Zeuthen.

13:30 Uhr: Hamburg wurde am Freitagmorgen gut gesichert von einer der höchsten Sturmfluten ihrer Geschichte getroffen. Der Scheitel der Sturmflut erreichte Hamburg gegen 6.15 Uhr mit einem Wasserstand von 3,98 Meter über dem Mittleren Hochwasser. Bei der verheerenden Flut 1962 hatte der Wasserstand in Hamburg einen ähnlichen Wert. Damals waren die Deiche aber noch deutlich niedriger und weniger stabil. Allgemein war nur die Flut von 1976 noch höher, wie es bei der Hamburger Innenbehörde hieß. Am Freitagabend wurde eine weitere, niedrigere Sturmflut erwartet. Im Hafen galt zunächst für sehr große Schiffe weiterhin ein Fahrverbot.

13.19 Uhr: In Schleswig-Holstein zählten Feuerwehr und Polizei bisher vier leicht verletzte Personen. Bei Großhansdorf in der Nähe von Hamburg rammte eine S-Bahn einen Baum, entgleiste und fuhr gegen einen Brückenpfeiler. Feuerwehrleute befreiten sechs Menschen aus dem Zug, einer von ihnen wurde leicht verletzt. In Elmshorn fuhr ein Nahverkehrszug der AKN gegen einen Baum. Der Fahrer verletzte sich leicht. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bezeichnete „Xaver“ in einer ersten Bilanz als „recht kräftigen Orkan“. Er sei in der Intensität aber nicht so stark gewesen wie das vorangegangene Sturmtief „Christian“. Nicht zu vergleichen sei „Xaver“ zudem mit berüchtigten Orkanen wie „Kyrill“ (2007) oder „Emma“ (2008).

13.09 Uhr: Der Schaden für die deutsche Wirtschaft durch “Xaver“ hält sich dem DIHK zufolge in Grenzen. "Bislang ist die Wirtschaft im Norden mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagte der Konjunkturexperte des Deutschen- Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Dirk Schlotböller, der Nachrichtenagentur Reuters. “Alles in allem dürften aber die Schäden von 'Xaver' unter den etwa 300 Millionen Euro des Herbststurms 'Christian' liegen“, sagte Schlotböller. “Glimpflich abgelaufen ist es nicht zuletzt, weil man sich gut und rechtzeitig vorbereitet hat.“

13 Uhr: Das Orkantief „Xaver“ ist auf dem Rückzug. In der Nikolausnacht wurden laut DWD Windgeschwindigkeit um die 150 Stundenkilometer gemessen. Am Freitag verlagerte „Xaver“ sein Zentrum Richtung Baltikum. Das Tief zog ostwärts ab und schwächte sich dabei allmählich ab. Der Wind ließ nach. Der Samstag startet dem Wetterbericht zufolge recht trüb, zeitweise fällt Schnee. Im Westen wird es bereits wieder wärmer, dort gibt es zunehmend Regen. „Am Sonntag erreicht uns eine Warmfront“, sagte ein Meteorologe. Dadurch wird die arktische Kaltluft weggepustet. In tieferen Lagen regnet es, im Norden wird es wieder recht windig.

Flüge von und nach Berlin gestrichen

Auf dem Flughafen Tegel geht wegen des Orkans "Xaver" nichts mehr. Alle Flüge von und nach Berlin wurden gestrichen.
Auf dem Flughafen Tegel geht wegen des Orkans "Xaver" nichts mehr. Alle Flüge von und nach Berlin wurden gestrichen.Foto: dpa

12.47 Uhr: Gestrichen sind unter anderem die Anflüge zwischen Birmingham-Berlin, Köln/Bonn-Berlin, Oslo-Berlin, Düsseldorf-Berlin, Stuttgart-Berlin, München-Berlin, Kaliningrad-Berlin, Graz-Berlin, Venedig-Berlin, Stuttgart-Berlin, Zürich-Berlin, Budapest-Berlin, Nürnberg-Berlin, Karlsruhe-Berlin. Bei den Abflügen sind bisher die Strecken Berlin-Köln/Bonn, Berlin-Kaliningrad, Berlin-Zürich, Berlin-Amsterdam, Berlin-München, Berlin-Budapest, Berlin-Stuttgart, Berlin-Gdansk, Berlin-Karlsruhe, Berlin-Nürnberg, Berlin-Düsseldorf betroffen. Bei anderen Strecken kommt es außerdem zu Verspätungen.

12.34 Uhr: Wegen des Wetters wurden auf dem Flughafen Tegel 30 Starts und Landungen für den heutigen Tag gestrichen. In Schönefeld gibt es bisher keine wesentlichen Einschränkungen.

12.25 Uhr: In Großbritannien mussten tausende Menschen wegen weiterer Sturmfluten durch das Orkantief „Xaver“ ihre Häuser verlassen. Obwohl die Pegelstände am Freitagmorgen zurückgingen, warnten die Behörden vor zwei weiteren Sturmfluten in der Ostküste. Rund 10.000 Haushalte in Norfolk im Osten und Sussex im Südosten Englands wurden evakuiert. Zum zweiten Mal innerhalb von nur zwei Tagen wurde die Thames Barrier geschlossen, eine riesige Flutschutzanlage zum Schutz von London.

12.20 Uhr: Warum die U-Bahn-Linie U3 teilweise gesperrt ist? Eine 20 Meter hohe Kiefer an der Wilskistraße ist durch Sturm entwurzelt worden, aber bislang ist der Baum noch nicht umgestürzt. Der Baum soll stückweise abgesägt werden, damit er nicht die Stromschiene. Jens-Peter Wilke, Sprecher der Feuerwehr, sagte: "Der Baum lehnt nur noch an einem anderen Baum und wackelt heftig hin und her." Direkt neben dem Einsatzort befindet sich in der Wilskistraße 75 eine Kindertagesstätte mit 175 Kindern. Eigentlich hätte dort heute eine Weihnachtsfeier stattgefunden, doch weil das gefährdete Gebiete geräumt werden musste, sollten die Eltern ihre Kinder abholen. Momentan ist die Feuerwehr mit 20 Einsatzkräften vor Ort. Zwischen dem U-Bahnhof "Krumme Lanke" und dem U-Bahnhof "Breitenbachplatz" fahren Busse.

12.09 Uhr: Während des Orkantiefs „Xaver“ sind in Polen mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Feuerwehr stürzte bei Lebork im Norden des Landes ein Baum auf ein Auto. Dabei seien drei Menschen getötet und ein weiterer verletzt worden, sagte ein Feuerwehrsprecher dem Fernsehsender Polsat News. Außerdem gab es in Polen, wo „Xaver“ am Freitagmorgen Windgeschwindigkeiten von 120 Stundenkilometern erreichte, noch mehrere Leichtverletzte. In Nordpolen waren zwischenzeitlich fast 150.000 Haushalte ohne Strom. Die Feuerwehr musste nach eigenen Angaben mehr als 1000 Mal ausrücken. In Skotnik im Nordwesten des Landes krachte den Angaben zufolge eine Stromleitung auf einen Stall und tötete 26 Kühe. In Norddeutschland hat Orkantief „Xaver“ nach einer ersten Bilanz von Polizei und Feuerwehr weniger schlimm gewütet als befürchtet

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