Live Earth : Madonna und Shakira spielen für den Klimaschutz

Es soll eines der größten Musikereignisse in der Geschichte werden: Mehr als 150 Künstler wollen mit Auftritten in acht Städten auf fünf Kontinenten auf den Klimawandel aufmerksam machen. Dazu gehören Madonna in London und Shakira in Hamburg.

Jenny Tobien[dpa]
Madonna
Mehr als 150 Künstler spielen am Samstag in acht Städten auf allen Kontinenten, darunter auch Superstar Madonna. -Foto: AFP

HamburgEs soll eines der größten Musikereignisse in der Geschichte werden: Mehr als 150 Künstler wollen mit Auftritten in acht Städten auf fünf Kontinenten auf den Klimawandel aufmerksam machen. Dazu gehören Madonna in London und Shakira in Hamburg. Lenny Kravitz soll mit seiner Band an der Copacabana spielen - wenn das Konzert nicht noch abgesagt werden muss.

Die Shows seien erst der Anfang einer globalen Bewegung, sagte der Umweltschützer und ehemalige US-Vizepräsident Al Gore in New York. Die Bewegung gerät allerdings schon vor dem Start ins Stocken. Eine Richterin verbot am Donnerstag aus Sicherheitsgründen das Konzert in Rio de Janeiro. Die Polizei könne den Schutz für die erwarteten 700.000 Besucher nicht garantieren. Von solchen Dimensionen können die Veranstalter in Hamburg dagegen nur träumen: Ihre Stars werden vor halb leeren Rängen spielen müssen. Zwei Tage vor Beginn waren erst 25.000 Karten verkauft. Ins Stadion im Volkspark passen 45.000 Menschen.

Fünf Konzerte für zwei Milliarden Menschen

Al Gore hatte das Spektakel gemeinsam mit "Live 8"-Initiator Kevin Wall ins Leben gerufen. Die Konzerte in London, New York, Sydney, Tokio, Schanghai, Johannesburg, Hamburg und Rio de Janeiro sollen über die verschiedenen Zeitzonen der Erde hinweg 24 Stunden dauern. Zusammen mit der Übertragung im Internet und anderen Medien wollen die Veranstalter mehr als zwei Milliarden Menschen erreichen.

"Wenn sich genug Menschen gemeinsam gegen die Klimakrise stark machen, bleibt den Unternehmen und Politikern nichts anderes übrig, als ebenfalls zu handeln", sagte Wall. Zu den erklärten Zielen der "Live Earth"-Bewegung gehöre es etwa, den Kohlendioxidausstoß bis 2050 um 90 Prozent zu reduzieren. In der Politik ist man davon allerdings weit entfernt: Beim G8-Gipfel in Heiligendamm einigten sich die mächtigen Staats- und Regierungschefs auf den Versuch, bis 2050 den Ausstoß des klimaschädlichen CO2 mindestens zu halbieren.

Shakira eröffnet Hamburger Konzert

Das Hamburger Konzert wird Latino-Sängerin Shakira am frühen Samstagnachmittag eröffnen. Außerdem haben Rapper Snoop Dogg, der spanische Sänger Enrique Iglesias und der als Cat Stevens berühmt gewordene Sänger Yussuf zugesagt. Auch zahlreiche deutsche Stars wie Jan Delay, Sasha, Roger Cicero und die Band Silbermond haben ihr Kommen angekündigt.

"Live Earth betrifft jeden von uns", sagte Silbermond-Schlagzeuger Andreas Nowak. "Besonders unsere Kinder und unsere Enkelkinder bekommen die Folgen des Klimawandels zu spüren, wenn wir jetzt nichts unternehmen." Und Sängerin Stefanie Kloß ergänzte: "Wir hoffen, dass der Tag erfolgreich wird." Bei so einem Konzert gehe es um die Sache an sich und weniger darum, als Band gut dazustehen.

Schlussakkorde aus New York

Karten für das Hamburger Konzert gibt es laut Veranstalter ab 45 Euro. Der Gewinn gehe an die Schutzinitiative "Alliance for Climate Protection", die von Al Gore ins Leben gerufen wurde. In Sydney und London waren die Tickets innerhalb kürzester Zeit vergeben. Auch in China erlebten die Veranstalter einen Ansturm auf die Karten für das erste globale Konzertereignis des Landes.

Den Auftakt des gigantischen Benefizkonzertes machen Bands wie Crowded House oder Sänger Jack Johnson im Aussie-Stadium in Sydney. Stunden später werden beim finalen Konzert im Giants-Stadion in New York Bon Jovi, die Smashing Pumpkins und The Police die Schlussakkorde anstimmen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar