Liveticker zur Geiselnahme in Sydney : Täter und zwei seiner Opfer sind tot

Nach 16 Stunden hat die Polizei in Sydney das Café, in dem ein polizeibekannter Iraner mehrere Geiseln festgehalten hat, gestürmt. Es gab heftige Schusswechsel. Dabei starben drei Menschen, darunter auch der Geiselnehmer.

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Die Polizei hat das Café gestürmt und mehrere Geiseln befreit.
Die Polizei hat das Café gestürmt und mehrere Geiseln befreit.Foto: Reuters

In Sydney hatte ein bewaffneter Geiselnehmer am Montag in einem Café mehrere Menschen in seine Gewalt gebracht. Australiens Ministerpräsident Tony Abbott sagte, es gebe Anzeichen für ein politisches Motiv. Fernsehbilder zeigten, wie Geiseln gezwungen wurden, eine schwarze Fahne mit einem weißen arabischen Schriftzug in das Fenster des Lindt-Cafes im zentralen Geschäftsviertel zu halten. Fünf Geiseln soll während der Geiselnahme die Flucht gelungen sein. Nach 16 Stunden stürmte die Polizei das Cafe, dabei starben der Geiselnehmer und zwei weitere Menschen, vier wurden verletzt - darunter ein Polizist.

21:30 Uhr: Auch Australiens Oppositionsführer Bill Shorten bekundet seine Bestürzung über die Tat.

21:25 Uhr: Am Tatort erinnern die ersten Blumen an die Geiselnahme.

20:20 Uhr: Australiens Premierminister Tony Abbott gedenkt auf Twitter den Opfern der Geiselnahme von Sydney.

20:15 Uhr: Im Café wurden keine Sprengkörper gefunden, heißt es vonseiten der Polizei.

19:45 Uhr: In dem offiziellen Statement der Polizei heißt es weiter, dass ein Polizist mit einer Schusswunde im Gesicht ins Krankenhaus gebracht wurde. Es besteht keine Lebensgefahr.

19:40 Uhr: Neben dem Geiselnehmer starben laut Polizei auch zwei Geiseln - eine 38-jährige Frau und ein 34 Jahre alter Mann. Außerdem wurden vier weitere Menschen verletzt.

19:05 Uhr: Die Polizei bestätigt den Tod des Geiselnehmers bei der Erstürmung des Cafes.

19:02 Uhr: In diesen Minuten hält die Polizei in Sydney eine Pressekonferenz.

18:57 Uhr: Angeblich gibt es einen dritten Toten, berichten verschiedene australische Medien.

18:21 Uhr: Noch immer gibt es kein offizielles Statement der Polizei, ob es tatsächlich zwei Tote gibt und der Geiselnehmer einer davon ist.

17:18 Uhr: Die Polizei von Sydney hat CNN gegenüber bestätigt, dass die Geiselnahme offiziell beendet ist.

17:06 Uhr: Mehrere Medien berichten unter Berufung auf Polizeiquellen, dass der Geiselnehmer bei dem heftigen Schusswechsel getötet worden sei. Bei dem Geiselnehmer soll es sich, wie zuvor bereits bekannt geworden war, um einen radikalen Iraner handeln, der polizeibekannt ist.

16:59 Uhr: Fernsehbilder zeigen, wie die Polizei das Café stürmt. Außerdem ist zu sehen, wie mehrere Verletzte auf Tragen versorgt und abtransportiert werden. Genaue Angaben über die Zahl der Verletzten und darüber, ob es möglicherweise sogar Tote gibt, wie einige Medien berichten, gibt es derzeit noch nicht.

Mutmaßlicher Geiselnehmer von Sydney: Man Haron Monis auf einem Foto aus dem Jahr 2011.
Mutmaßlicher Geiselnehmer von Sydney: Man Haron Monis auf einem Foto aus dem Jahr 2011.Foto: dpa

16:54 Uhr: CNN berichtet, dass es zwei Tote gegeben haben soll. Die australische Polizei bestätigt das nicht.

16:39 Uhr: Mehreren australischen Medienberichten zufolge gibt es vier verletzte Geiseln und einen verletzten Polizisten. Über den Verbleib des Geiselnehmers ist derzeit noch nichts bekannt. Die Polizei hat die Geiselnahme aber offiziell für beendet erklärt.

16:32 Uhr: Möglicherweise gibt es vier Schwerverletzte. Das melden australische Medien.

16:23 Uhr: Dutzende Polizisten stürmen das Café, Hilfskräfte tragen eine Frau raus, die am Bein verletzt ist. Weitere Menschen werden auf Tragen herausgetragen. Es gibt also erste Verletzte durch die Geiselnahme.

16:19 Uhr: Offenbar stürmt die Polizei das Café. Mehrere australische Medien melden Gefechte. Weitere Geiseln sind befreit.

16.15 Uhr: Die Geiselnahme ist offenbar beendet. Das meldet N-TV Die Polizei soll das Café gestürmt haben.

15.12 Uhr: Geiselnehmer angeblich identifiziert: Bei dem Geiselnehmer soll es sich um den aus dem Iran stammenden selbsternannten Scheich Mon Haron Monis handeln, berichten mehrere Medien. Der 49Jährige war schon mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten. So soll er beleidigende Briefe an die Familien toter australischer Soldaten, die in Afghanistan gekämpft haben, versendet haben. Auch wurde ihm vorgeworfen, seine Ex-Frau ermordet zu haben. Die australische Polizei will ihn am Fenster des Cafés Lindt erkannt haben.

14.28 Uhr: Nachricht aus dem Inneren des Cafés: Eine Geisel hat sich per SMS bei seiner Mutter gemeldet. Das berichtet BBC. "Ich bin OK", soll er geschrieben haben. Seitdem habe die Mutter nichts mehr von ihrem Sohn, einem 18Jährigen Klempnerlehrling, gehört.

13:40 Uhr: In Sydney haben Moscheen, Synagogen und Kirchen zu Gebeten für ein Ende der Geiselnahme eingeladen. In der Moschee des Stadtteils Lakemba, der von vielen Muslimen bewohnt wird, versammelten sich
am Montagabend laut australischen Medien muslimische, jüdische und christliche Geistliche zu gemeinsamen Bitten um einen guten Ausgang des Dramas. Die Gemeindeleiter sprachen von einem Zeichen der Solidarität aller Bürger. Auch islamische Gotteshäuser in Brisbane und Melbourne blieben am Montagabend geöffnet. In Canberra beraumte das Theo Notaras Multicultural Centre, eine Einrichtung für die verschiedenen Glaubensgemeinschaften der Hauptstadt, kurzfristig eine Veranstaltung an.

Eine Geisel konnte sich befreien.
Eine Geisel konnte sich befreien.Foto: Reuters

12:50 Uhr: Auch jüdische Einrichtungen in ganz Australien sind nun abgeriegelt. Der zuständige Sicherheitsdienst setzte die Gefährdungsstufe auf „ernst“, wie die Zeitung "Australian Jewish News" meldet. Exkursionen jüdischer Schulen wurden demnach abgesagt. Ob die Tat im Lindt-Cafe im zentralen Geschäftsviertel auch einen antisemitischen Hintergrund hat, ist unterdessen weiter unklar.

11.55 Uhr: Die australischen Islamverbände haben in einer Mitteilung ihre Anteilnahme mit den Geiseln und ihren Angehörigen zum Ausdruck gebracht. Die Tat des Geiselnehmers sei verabscheuungswürdig. Sie spiele nur denjenigen in die Hände, die dem Islam und den australischen Muslimen schaden wollten. Die Australier müssten in dieser Situation zusammenhalten, so die Islamverbände. Die Medien riefen sie zu einer verantwortungsvollen Berichterstattung auf.

11.32 Uhr: In Sydney ist es jetzt 21.32 Uhr. Die Geiselnahme dauert inzwischen seit rund elf Stunden an - und noch ist kein Ende absehbar. In dem Café, in dem sich der Geiselnehmer und seine Geiseln befinden, wurden die Lichter ausgeschaltet. Die Spezialkräfte der Polizei tragen Nachtsichtgeräte.

10.28 Uhr: Bei der seit Stunden andauernden Geiselnahme in Sydney ist nach derzeitigem Stand offenbar niemand verletzt worden. Das sagte der Polizeichef des australischen Bundesstaates New South Wales, Andrew Scipione, bei einer Pressekonferenz. Er bestätigte, dass die Polizei Kontakt mit dem Geiselnehmer hat. Zu den Motiven des Mannes wollte Scipione sich nicht näher äußern.

10.15: Kommt es in Sydney wegen der Geiselnahme zu einer anti-muslimischen Stimmung? Viele Twitter-Nutzer wollen das verhindern und setzen ein Zeichen des Zusammenhalts. Unter dem Motto #Illridewithyou bieten sie muslimischen Fahrgästen im öffentlichen Verkehr an, sie bei der Fahrt zu begleiten.

Geiselnahme im Lindt-Café in Sydney - unweit der Oper.
Geiselnahme im Lindt-Café in Sydney - unweit der Oper.Foto: Screenshot Google Maps

9.20 Uhr: Das empfanden viele als geschmacklos: Der Fahrdienst Uber wollte aus der Geiselnahme in Sydney offenbar Kapital schlagen - und hat seine Preise in der Stadt zeitweise deutlich erhöht. Nach einer Welle der Empörung im Internet ist das Unternehmen inzwischen zurückgerudert.

8.39 Uhr: Der australische TV-Journalist Chris Reason ist vor Ort und berichtet via Twitter über die Geiselnahme. Er habe in dem Café etwa 15 Geiseln erkennen können, darunter Frauen und Männer, aber keine Kinder. Der Geiselnehmer zwinge die Geiseln, abwechselnd an den Fenstern zu stehen, schreibt Reason.

8.16: Australiens Premier Tony Abbott sprach in einem öffentlichen Statement von einem "schockierenden" Vorfall. Zugleich bestätigte er, dass der Geiselnehmer aus politischen Motiven handelt. Die australische Polizei reagiere sehr professionell auf die Situation, sagte Abbott. Zuvor war der Premierminister mit seinem Sicherheitsrat zusammengekommen.

7.47 Uhr: Der australische TV-Sender "Ten Eyewitness News" hat offenbar mit zwei der Geiseln gesprochen. Ihren Angaben zufolge verlangt der Geiselnehmer ein Telefongespräch mit Australiens Premier Tony Abbott und eine Flagge der Terrormiliz IS. Der Geiselnehmer, der sich den Angaben zufolge "Der Bruder" nennt, soll den Geiseln gegenüber von zwei Bomben im Café und zwei weiteren Bomben in Sydneys Geschäftsviertel gesprochen haben. Die Polizei will sich zu möglichen Forderungen des Geiselnehmers aus Sicherheitsgründen zunächst nicht näher äußern.

7.02 Uhr: Medienberichten zufolge soll zwei weiteren Geiseln die Flucht gelungen sein. Es soll sich um zwei weibliche Mitarbeiterinnen des Cafés handeln.

6.16 Uhr: Bei der Geiselnahme in einem Café in der australischen Metropole Sydney sind drei Geiseln entkommen. Das sagte die stellvertretende Polizeichefin Catherine Burn in Sydney. Nach ihren Angaben befinden sich weniger als 30 Geiseln in der Gewalt eines bewaffneten Täters. Niemand sei bislang verletzt worden. Polizei-Verhandler stünden jetzt in Kontakt mit dem Täter, sagte sie. „Das mag eine Weile dauern“, sagte Burn. Oberste Priorität sei es, den Zwischenfall friedlich zu beenden.

5.26 Uhr: Nach der Geiselnahme im Geschäftsviertel von Sydney ist am Montag nach Medienberichten auch das berühmte Opernhaus geräumt worden. Auf Fotos war das Gelände am Hafen völlig leer zu sehen. Mitarbeiter und Touristen berichteten Reportern außerhalb der Sicherheitszone, dass sie nicht in das Gebäude konnten. Die Polizei bestätigte die Angaben zunächst nicht.

4.53 Uhr: Bei dem Drahtzieher der Geiselnahme in einem Café in Sydney handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen einzelnen Bewaffneten. Der Mann habe eine "unbekannte Anzahl von Geiseln" in seiner Gewalt, sagte der Polizeichef des Staates New South Wales, Andrew Scipione, bei einer Pressekonferenz. Bislang sei es noch nicht gelungen, Kontakt zu dem Geiselnehmer aufzunehmen, fügte er hinzu. Die Polizei tue aber alles dafür, um die Geiselnahme friedlich zu beenden.

Bilder zur Geiselnahme in Sydney
Die Polizei brachte sie in Sicherheit.Weitere Bilder anzeigen
1 von 10Foto: reuters
15.12.2014 08:25Die Polizei brachte sie in Sicherheit.

3.10 Uhr: Australiens Ministerpräsident Tony Abbott sieht Anzeichen für ein politisches Motiv hinter der Geiselnahme in einem Café in Sydney. Der genaue Hintergrund sei zwar noch unklar, sagte Abbott bei einer im Fernsehen übertragenen kurzen Ansprache in Canberra. Es gebe aber Hinweise, dass es sich um eine politische Tat handele. Der Regierungschef rief die Australier zur Ruhe auf. Auch wenn er die Sorgen der Bevölkerung verstehen könne, sollten alle normal zur Arbeit gehen. Er nannte den Vorfall „sehr beunruhigend“.

2.50 Uhr: Die USA haben ihr Konsulat in Sydney wegen der Geiselnahme evakuiert. Eine Sprecherin des US-Konsulats sagte, eine Notbesetzung bleibe im Dienst. Alle anderen Mitarbeiter seien nach Hause geschickt worden.
Das Konsulat rief zudem die US-Bürger in Sydney zu erhöhter Wachsamkeit auf. Australien unterstützt die USA im Kampf gegen die Extremisten des Islamischen Staates, die in Syrien und im Irak ein Kalifat ausgerufen haben.

2.20 Uhr: Fernsehsender zeigen Aufnahmen eines mutmaßlichen Geiselnehmers gezeigt, der vermutlich mehr als ein Dutzend Menschen in einem Café in Sydney festhält. Auf dem Video ist ein Mann mittleren Alters mit grauem Bart und einem Kopftuch zu sehen, auf dem offenbar arabische Schriftzeichen stehen. Der Mann trägt einen schwarzen Rucksack.

1.50 Uhr: In der australischen Metropole Sydney haben bewaffnete Unbekannte am Montag mehrere Geiseln in einem Cafe in einem Geschäftsviertel genommen. Durch die Fenster des Lokals war eine schwarze Fahne mit einem weißen arabischen Schriftzug zu sehen. Das schürte die Sorge, hinter dem Überfall könnten islamische Extremisten stecken. (mit Agenturen)

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