London : Schauspieler aus neuem Harry-Potter-Film ermordet

Tödlicher Streit um ein Handy: In London wurde ein Mitglied der Schauspiel-Truppe aus "Harry Potter und der Halbblutprinz" ermordet, als er seinen Bruder schützen wollte. Das Opfer, Robert Knox, spielte in dem Film die Rolle des Hogwart-Schülers Marcus Belby.

LondonBei einem Streit um ein Handy ist ein 18 Jahre alter Schauspieler aus einem "Harry Potter"-Film vor einer Bar in London erstochen worden. Robert "Rob" Knox starb, weil er seinen 17- jährigen Bruder Jamie vor einem Angreifer schützen wollte, berichtete die "Sunday Times". Gerade erst habe er die Dreharbeiten für den neuen Film "Harry Potter und der Halbblut-Prinz" beendet, der im November in Großbritannien in die Kinos kommen soll. Knox stelle darin den Ravenclaw-Schüler Marcus Belby dar. "Rob" ist bereits das 14. Gewaltopfer im Teenageralter im Großraum London in diesem Jahr.

Die neuerliche Bluttat löste in Großbritannien Entsetzen aus. Freunde und Familienangehörige legten am Tatort Blumen nieder. "Rob war ein freundlicher und fürsorglicher Junge", sagten seine Eltern. "Er hat immer anderen geholfen und hätte ihnen seinen letzten Penny gegeben." Alle mochten ihn. "Er war unser Goldstück."

Knox drohte mit der Polizei

Die Messerstecherei ereignete sich in der Nacht zum Samstag vor der "Metro Bar" im Südosten der britischen Hauptstadt. Drei weitere junge Leute, darunter Knox' Freund Dean Saunders (21), wurden erheblich verletzt. Saunders liegt mit einer Stichwunde am Hals im Krankenhaus, schwebt aber nach Polizeiangaben nicht mehr in Lebensgefahr. Zwei 16 und 19 Jahre alte Teenager wurden inzwischen wieder aus der Klinik entlassen.

Der Bar-Betreiber Lee Bentley sagte, bei dem Streit sei es um ein angeblich gestohlenes Handy gegangen. Ein Mann sei bereits vor neun Tagen in die Bar gestürmt und habe Saunders deswegen angegriffen. Freitagnacht sei er mit einem Messer bewaffnet zurückgekehrt und habe erneut versucht, ins Lokal einzudringen, wo Knox im Biergarten saß. Nach Angaben eines Barkeepers ging der 18-Jährige nach draußen und rief dem Angreifer zu: "Du hast meinen Bruder mit dem Messer bedroht. Wir rufen die Polizei."

"Rob wollte den Streit schlichten", schilderte ein 18-jähriger Bar-Besucher. Es war nicht seine Schuld." Er habe nur noch gesehen, wie der Angreifer "Rob" einen Messerstich in die Brust versetzte. "Dann haben mein Kumpel Tarik und ich ihn überwältigt." Der 21-Jährige wurde unter Mordverdacht festgenommen. (küs/dpa)

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