London : Tony Blair fährt schwarz

Der frühere britische Premierminister Tony Blair war ohne Ticket mit der Bahn unterwegs. Er hatte weder Geld noch eine Kreditkarte.

London - Der frühere britische Regierungschef Tony Blair verdient zwar Millionen, doch für ein Zugticket hat es nicht gereicht: Der 54-Jährige sei am Montag im Expresszug auf dem Weg zum Londoner Flughafen Heathrow gewesen, als der Schaffner sein Ticket sehen wollte, berichtete die Zeitung „Daily Mail“ am Mittwoch. Jedoch habe der Ex-Premier weder ein solches vorweisen können noch Bargeld oder eine Kreditkarte gehabt, um den 24,50 Pfund teuren Fahrschein im Zug zu lösen.

Der Kontrolleur habe Blair schließlich gratis fahren lassen, sagte ein Sprecher Blairs. Das Angebot von Blairs Sicherheitsleuten, für den Fahrschein aufzukommen, habe der Schaffner abgelehnt.

Blair, der im Juni 2007 von seinem Amt zurücktrat, verdient mit Vorträgen an Universitäten und verschiedenen Beraterposten bei Investmentbanken Millionen. Passagiere in dem Zug beschwerten sich über die Bevorzugung des prominenten Schwarzfahrers: „Er sollte wie alle anderen behandelt werden“, sagte ein Passagier der Zeitung. „Es ist nicht fair, und man sollte ihm eine Rechnung dafür zuschicken.“ Blairs Sprecher verteidigte den ehemaligen Chef der Downing Street: „Er hätte liebend gerne gezahlt und er würde immer noch liebend gerne zahlen.“ Ein Sprecher des Heathrow-Express' erklärte, es werde in der Sache ermittelt.

Die Affäre endete für Tony Blair weitaus glimpflicher als für seine ebenfalls gut verdienende Frau. Cherie Blair musste 2001 als „Schwarzfahrerin“ zehn Pfund Geldstrafe bezahlen. Die Kronanwältin hatte zu einem Termin einen Zug ohne Fahrkarte bestiegen, weil sie ihre Geldbörse zu Hause vergessen hatte.

Königin Elizabeth II., Großbritanniens reichste Frau, führt prinzipiell kein Bargeld in ihrer berühmten Handtasche mit sich. Stattdessen stehen immer Hofdamen bereit, die der Queen nötigenfalls finanziell unter die Arme greifen, sollte es einmal notwendig sein.

Das ist aber eher selten der Fall, weil die Queen nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Gegend fährt und auch sonst immer gut versorgt ist, wenn sie unterwegs ist. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben