• Los Angeles schließt Schulen: Bombendrohung könnte Scherz gewesen sein - und aus Deutschland stammen
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Los Angeles schließt Schulen : Bombendrohung könnte Scherz gewesen sein - und aus Deutschland stammen

640.000 Schüler in Los Angeles blieben am Dienstag wegen einer Drohung zu Hause. Alle öffentlichen Schulen wurden geschlossen. Auch in New York ging eine Drohung ein.

Bereits gestern war die Polizei in Alarmbereitschaft und suchte mit Spürhunden nach Bomben, bei der Premiere des neuen Star Wars Films am Hollywood Boulevard in L.A.
Bereits gestern war die Polizei in Alarmbereitschaft und suchte mit Spürhunden nach Bomben, bei der Premiere des neuen Star Wars...Foto: AFP

Nach einer Drohung sind im kalifornischen Los Angeles am Dienstag sämtliche öffentlichen Schulen und Vorschulen geschlossen worden. "Früh am Morgen erhielten wir eine elektronische Drohung, in der die Sicherheit von unseren Schulen erwähnt wird", teilte der für Schulen zuständige Polizeichef der US-Westküstenmetropole, Steven Zipperman, mit. "Wir haben beschlossen, unsere Schulen heute zu schließen, bis wir vollständige Gewissheit haben, dass sie sicher sind."

Die Drohung kam nach Behördenangaben aus Deutschland. Die entsprechende Botschaft sei über eine Internetadresse in Frankfurt verschickt worden, sagte eine Sprecherin der Schulverwaltung der kalifornischen Metropole am Dienstag. Demnach erhielt ein Mitglied der Schulaufsicht eine entsprechende E-Mail, die eine Frankfurter IP-Adresse hatte. Dies bedeutet aber nicht, dass sich der Verfasser tatsächlich in Deutschland aufgehalten hat, da über IP-Adressen auch ein Standort vorgetäuscht werden kann.

640.000 Schüler und Vorschulkinder müssten zu Hause bleiben oder seien wieder heimgeschickt worden, teilten Schulbehörden und Polizei bereits um 7 Uhr am Morgen nach örtlicher Zeit mit. Die Drohung sei über das normale Maß von Drohungen, die beinahe täglich eingingen, hinausgegangen. Wie die "Los Angeles Times" zunächst berichtete, soll eine "glaubwürdige Drohung" eingegangen sei, bei der es um zurückgelassene Rucksäcke oder Pakete ging. Der Zeitung zufolge wollten die Behörden sämtliche Schulen des Bezirks durchsuchen. Das wären mehr als 900 Einrichtungen.

Am Abend mehrten sich jedoch Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Bedrohung. Der Autor der E-Mail habe sich als Dschihadist ausgegeben und mit dem Einsatz von Nervengas gedroht, sagte der kalifornische Parlamentarier Brad Sherman dem US-Sender CNN nach Einsicht des Schreibens. Von 32 Komplizen sei die Rede. Sherman zog die Glaubwürdigkeit der E-Mail in Zweifel. Sie habe Tippfehler enthalten und einen "pornografischen Bezug zu einem Körperteil", den Dschihadisten eher nicht herstellen würden.

New Yorks Polizeichef spricht von "Überreaktion"

Auch in New York gab es nach Angaben der Polizei eine fast identische Drohung - ebenfalls "aus dem Ausland" -, die dort aber als nicht glaubwürdig eingestuft wurde. "Solche Drohungen sollen Angst verbreiten. Wir können nicht zulassen, dass das Maß an Angst steigt", sagte New Yorks Polizeichef William Bratton. Die Maßnahmen in Los Angeles bezeichnete er wörtlich als "Überreaktion".

Los Angeles ist der zweitgrößte Schuldistrikt in den Vereinigten Staaten nach New York. In den USA ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Amokläufen an Schulen gekommen. Anfang Dezember hatte ein Ehepaar im kalifornischen San Bernardino eine Weihnachtsfeier in einer sozialen Einrichtung gestürmt und 14 Menschen getötet. Das FBI wertete die Tat als islamistischen Terrorakt. Seine Entscheidung gründe "auf dem, was kürzlich und in der Vergangenheit geschehen ist", sagte der Chef der Schulbehörde, Ramon Cortines. (Tsp, AFP, dpa, rtr)

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