Ludwig van Beethoven : Ein rätselhafter Tod

Ludwig van Beethoven (1770-1827) ist schon viele Tode gestorben: Mal machten Experten ein Leberleiden und Wassersucht, mal eine chronische Darmkrankheit oder Syphilis für den qualvollen Tod des weltberühmten Komponisten verantwortlich.

Hamburg - Nach Analysen einer Haarlocke, die Beethoven unmittelbar nach seinem Tod abgeschnitten worden war, glaubten sich Wissenschaftler im Jahr 2000 endgültig sicher: Beethoven starb an einer Bleivergiftung.

Schon als Kind hatte der Sohn aus einer Musikerfamilie mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Mit vermutlich fünf Jahren erkrankte er an einer Mittelohrentzündung, die nie ausheilte. Eine Pockenerkrankung hinterließ Magen- und Darmprobleme. Mit 25 Jahren wurde er schwerhörig, mit Ende 40 praktisch taub.

Lange wurde gemunkelt und behauptet, die Geschlechtskrankheit Syphilis sei die Ursache für Beethovens Gehörverlust, wahrscheinlich sogar auch für seinen Tod gewesen. Im Jahr 1970 wiesen amerikanische Ohrenärzte dies zurück und nannten eine erbliche, langsam fortschreitende Mittelohrschwerhörigkeit (cochleare Otosklerose) die plausibelste Erklärung der Taubheit.

Die letzten Monate seines Lebens verbrachte Beethoven im Krankenbett, wo er schließlich mit 56 Jahren an Nieren- und Leberversagen starb. Dies ist nach jüngsten Expertenmeinungen auf eine Bleivergiftung zurückzuführen. Die Ursache der Vergiftung ist umstritten. Die einen machen Beethovens übermäßigen Konsum von billigem, mit Bleizucker gesüßten Weißwein verantwortlich. Die anderen führen sie auf einen überstarken Genuss bleiverseuchter Flussfische zurück.

Da Beethoven in seinem Testament um Aufklärung der Ursache für seine Taubheit gebeten hatte, wurden ihm in einer Obduktion Knochen eines Ohres entnommen. Nach der Bestattung auf dem Währinger Friedhof in Wien wurde sein Grab zwei Mal geöffnet. Im Oktober 1863 wurde sein Körper in einen Metallsarg umgebettet, um eine bessere Konservierung zu gewährleisten. Im Juni 1888 wurden Beethovens Überreste in den Wiener Zentralfriedhof umgebettet. (tso/dpa)

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