Ludwigshafen : Behörden suchen Verfasser des Hilferufs

Nach einem anonymen Hilferuf durchkämmten Polizisten am gestrigen Abend den Ludwigshafener Stadtteil Hemshof. Die stundenlange Suche wurde ohne Ergebnis beendet. Die Behörden vermuten einen schlechten Scherz.

Ludwigshafen - Das Stück Papier werde auf Fingerabdrücke und DNS-Spuren untersucht, teilten Polizei und die Staatsanwaltschaft in Frankenthal. Am Montag hatte eine Frau in einer Straße im Stadtteil Hemshof das Papier mit der Botschaft "Hilfe, ich werde festgehalten" gefunden. Daraufhin hatten am Dienstag bis in den Abend hinein 150 Polizisten den kompletten Straßenzug mit rund 300 Wohnungen durchsucht.

Sollte sich der Hilferuf als schlechter Scherz herausstellen, droht dem Verfasser den Angaben zufolge ein Verfahren wegen Vortäuschens einer Straftat. Außerdem werde geprüft, ob er die Kosten für die Durchsuchungsaktion übernehmen müsse. Die Ermittler schlossen allerdings auch weiter nicht aus, dass es sich tatsächlich um ein Verbrechen handelt und jemand gegen seinen Willen gefangen gehalten wird. Die Ermittlungen gingen in beide Richtungen.

Verständnis bei den Anwohnern

Die Durchsuchungen seien bei den Bewohnern der Häuser auf großes Verständnis gestoßen, hieß es im Polizeibericht. "Einigen Einsatzkräften wurde sogar Kaffee angeboten." Die Untersuchung des Zettels übernimmt das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz. Dabei soll auch ein Schriftgutachten erstellt werden. Mit ersten Untersuchungsergebnissen werde in zehn bis 14 Tagen gerechnet.

Im vergangenen Jahr hatte der Fall der 13 Jahre alten Stephanie aus Dresden für Schlagzeilen gesorgt. Das Mädchen war von einem arbeitslosen Anlagenbauer entführt, fünf Wochen lang gefangen gehalten und immer wieder missbraucht worden. Im Februar 2006 konnte das Mädchen befreit werden, nachdem es auf einem Spaziergang mit seinem Peiniger einen Zettel mit Hinweisen hatte fallen lassen. (tso/dpa)

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