Welt : Maddies Eltern hoffen weiter Auftritt bei

„Aktenzeichen XY“.

Zwei Phantombilder zeigen einen Mann, der von zwei Zeugen gesehen wurde. Foto: Reuters
Zwei Phantombilder zeigen einen Mann, der von zwei Zeugen gesehen wurde. Foto: ReutersFoto: Reuters

München - Im Fall Maddie hoffen die Eltern Kate und Gerry McCann weiter, ihre Tochter zu finden. Am Mittwochabend traten sie in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ auf, um die deutsche Öffentlichkeit an der Suche zu beteiligen. Zuvor hatte es entsprechende Sendungen in England und in den Niederlanden gegeben. Das ZDF hatte die Sendung extra von anderthalb auf zwei Stunden verlängert. Die Eltern und die britische Polizei hoffen auf eine neue Spur. Hunderte Hinweise gingen nach den Sendungen bei der Polizei ein.

Die damals dreijährige Madeleine McCann verschwand am 3. Mai 2007 aus einer Clubanlage in Praia da Luz an der portugiesischen Südküste. In der ZDF-Sendung wurden unter anderem Phantombilder zweier Männer präsentiert, die sich auf Deutsch oder Niederländisch unterhalten haben sollen. Das ist auch der Grund, warum die Sendungen auch in den Niederlanden und in Deutschland ausgestrahlt wurden. „Sechs Jahre lang haben wir nicht aufgegeben, weltweit nach unserer Tochter zu suchen“, sagten die McCanns dem ZDF. „Jetzt gibt es neue Informationen, neue Hoffnung. Wir freuen uns sehr, dass uns „Aktenzeichen XY“ die Gelegenheit gibt, den deutschen Zuschauern die neuen Ermittlungsansätze zeigen zu dürfen. Vielleicht können Sie uns helfen, Madeleine doch noch zu finden.“

Gerry McCann sagte, es gäbe keine Beweise, dass Madeleine tot sei. Daran knüpfe sich die Hoffnung der Eltern. Grund des aktuellen Aufrufs sind neue Erkenntnisse der britischen Polizei. Premierminister David Cameron hatte persönlich eine neue Untersuchung angeordnet, nachdem die portugiesischen Ermittlungen nichts erbracht hatten. Ein Team von Scotland Yard sichtete erneut Ermittlungsunterlagen und befragte Zeugen. Die britischen Ermittler sind nun sicher, dass Madeleine entführt worden ist.

Der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen, Christian Pfeiffer, kritisierte die Veröffentlichung neuer Phantombilder im Fall Maddie scharf. „Es ist kriminalistisch Unsinn zu hoffen, dass sechs Jahre nach der Tat auf der Basis von damaligen Zeugenaussagen heute Phantombilder erstellt werden können, und dass diese zweifelhaften Bilder auch noch brauchbare Hinweise bringen könnten“, sagte er den „Stuttgarter Nachrichten“. os/dpa

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