Welt : Männer leiden stärker am Altern als Frauen

Manche Frau kennt ihren Mann nicht mehr wieder: Statt Stunden vor dem Fernsehen zu hocken, joggt joggt er wie von Furien verfolgt durch den Wald. Dafür lässt seine Aktivität im ehelichen Schlafzimmer nach. Wissenschaftler nennen das PADAM-Syndrom. Das Kürzel steht für "partielle Senkung des Androgenspiegels beim alternden Mann": Mit etwa 40 Jahren, sagen die Forscher, nimmt die Produktion des männlichen Hormons Testosteron durchschnittlich und kontinuierlich um ein Prozent pro Jahr ab. Die männliche Potenz ist davon zunächst nur selten betroffen. Männer kommen eher schleichend in die Jahre. Dennoch hat der sinkende Hormonspiegel ab etwa 50 Jahren Folgen für den Körper, sagt der Frankfurter Urologe Gerd Ludwig. Er tritt in einer kritischen Zeit auf. Die Kinder sind groß, die Leistung lässt nach und die ersten Anzeichen des Alterns lassen sich nicht mehr verleugnen. "Das ist eine gefährliche Zeit für Paare", warnt Brähler. Der Frankfurter Urologe Hermann Berberich sieht das ähnlich: "Älter werden hat etwas mit Loslassen zu tun - und das können Männer schlechter als Frauen." Deshalb sind nach Berberichs Einschätzung diejenigen, die sich in den mittleren Jahren einer jüngeren Frau zuwenden, nicht in erster Linie von sexuellen Wünschen getrieben, sondern von dem Bedürfnis nach Bestätigung der eigenen Jugendlichkeit. Männer betreiben Raubbau mit ihrem Körper. "Männer ziehen durch", sagt Brähler. Genussgifte, Süchte, schlechte Ernährung, Schlafmangel und übertriebene sportliche Aktivitäten schwächten den Körper. "Das männliche Prinzip ist lebensverkürzend", warnt Berberich. Den Körper sähen viele Männer als Maschine. "Stimmt etwas nicht, wollen sie ihn repariert haben wie ihr Auto."

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