Welt : Männer-Mode: Pelz, Leder, lange Haare

Axel Botur

Der Mann im Winter 2001/02 hüllt sich wieder in Pelz und Leder. Je milder die mitteleuropäischen Winter werden, desto entschiedener bedecken die Mailänder Designer Männer-Muskeln mit Fellen und anderen Tierhäuten. Das jedenfalls war der Eindruck der Mailänder Designerschauen für die kommende Wintersaison. Beim Pelz fallen die letzten Tabus der vergangenen Jahre: Dolce & Gabbana etwa verarbeiteten Seehundfell zu einem Mantel. Leder kann alle Farben haben, nur nicht schwarz. Ansonsten dürfen Männer protzen, mit Geld, Geschmack, möglichst auch Geist - im günstigsten Fall mit einer Mischung aus allen dreien.

"Mein Mann ist jung, reich, sexy und voller Glamour" - resümiert Donatella Versace. Ihr Defilee zeigte denn auch eine Parade frisch aus dem Ei gepellter Männer mit langen Haaren. Dabei ist ein Hang zum Androgynen nicht übersehbar. Die Haare sind in der Mitte gescheitelt und glatt gekämmt wie bei der letzten Frauen-Haarmde. Zudem zeigen die Männer Dekolletee. Hinter Pullovern verbirgt sich eine wohlgeformte Brust. Die Hosen haben einen noch tiefer liegenden Bund, als bislang. Dreiteilige Anzüge trägt der Mann, wenn ein einen Anzug trägt. Bei Donatella Versace in frischen Farben wie Champagner oder in einem hellen Camel-Ton. Er kombiniert diese mit gestreiften Hemden, breiten Krawatten und Einstecktüchern in teils kräftigen Nuancen. Nerzrevers zieren Caban-Jacken, Leder kommt als knielanger Trenchcoat oder als Leder-Bomber zum Blousonanzug.Am Abend mischt der Versace-Mann dann goldene Kleidungsstücke mit Elementen in Schokoladen-Braun. Auch das italienische Designerduo Dolce & Gabbana buhlt um die Jungmillionäre. Der passende Wagen für diese Zielgruppe? Ein knallroter Ferrari. Der war zentraler Blickpunkt auf dem Parcours, den die Models abzulaufen hatten. Das Logo der Marke, ein Pferd auf gelbem Grund, glänzte auch als Stickerei auf Pullovern oder war genäht auf sportliche Lederblousons, natürlich in Rot, aber auch im Schachbrettmuster. Schmale Jockey- Jacken sowie Drucke aus dem Reitermilieu führen das Thema Pferd dann in seine ursprüngliche Richtung. Dazu tragen Männer zerrissene Jeans, mittlerweile eine Markenzeichen der beiden Designer, oder aber Hosen mit einem sehr tief liegenden Bund.

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