Welt : Männer, schmeißt die Rosen weg

Evolutionsbiologe: Nur ein symmetrischer Körper entflammt die Liebe der Frau Seattle (dpa).Weder mit Rosen noch Pralinen erobert der Mann das Herz einer Frau, sondern mit der Symmetrie seines Körpers.Diese Erkenntnis aus 16 Studien in den USA und Europa verbreitete der Evolutionsbiologe Randy Thornhill auf dem bedeutendsten Wissenschaftskongreß der Welt in Seattle. Danach spart der Mann Zeit, Geld und Ehrlichkeit, solange seine Maße stimmen.Ein symmetrischer Mann habe die meisten Frauen, gewinnt sie schneller und müheloser, berichtete Thornhill auf der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft (AAAS).Symmetrie verspreche ein gesundes Erbgut für die Nachkommenschaft.So interpretiert Thornhill Evas unbewußte Auswahlkriterien.Voraussetzung für den Erfolg eines Mannes sei, daß seine Augen, Ohren und Mundwinkel auf imaginären Linien liegen.Aber Frauen nähmen auch wahr, wenn der restliche Körper spiegelbildlich harmoniert, sagt er und beruft sich auf millimetergenaue Messungen der kleinen Finger und der Arm- und Fußgelenke.Symmetrie stehe für sexuelle Attraktivität - beim Mann.Dagegen schlagen Frauen aus der Symmetrie ihres Körpers kaum Kapital.Sie hätten weder mehr Sex-Partner noch häufigeren Geschlechtsverkehr.Allerdings könnten symmetrische Frauen bei der qualitativen Auswahl ihrer Partner die Oberhand haben.Was 23 Forscher in 16 Studien an zehn Universitäten in aller Welt über den Vorteil der Symmetrie bei Menschen fanden, wurde laut Thornbill auch in knapp 50 Untersuchungen an mehr als 40 Tierarten bestätigt. Auf einen rein biologischen Nenner bringt Helen Fisher, Anthropologin an der Rutgers Universität in New Jersey, Regungen wie Lust, Liebe und Treue."Jede dieser Emotionen werden durch chemikalische Prozesse im Gehirn gesteuert" und haben letztlich nur die geeignete Fortpflanzung zum Ziel, sagte sie. Fisher legt die 276 Teilnehmer ihrer Studie - verliebte Männer und Frauen zwischen 18 und 90 Jahren - auch in einen Kernspintomographen.Dann spürt sie damit nach den neurochemischen Ursprüngen von Leidenschaft im Hirn.Zwar liege das ganze Ergebnis noch nicht vor.Aber die Gemeinsamkeiten der chemischen Vorgänge bei Männern wie bei Frauen, bei Liebenden aller Altersgruppen und verschiedenster Religionen seien klar erkennbar.Verantwortlich für die Liebe macht Fisher sogenannte Monoamine, Chemikalien, die zu Hochstimmung führen, Energien stimulieren und andere Regungen wie den Appetit vergessen lassen. Allerdings könne der Mensch die entscheidenden Emotionen auf verschiedene Objekte verteilen."Es ist durchaus möglich, einen Ehepartner ehrlich zu lieben, sich gleichzeitig zu einem anderen Menschen sexuell hingezogen zu fühlen und dabei mit einem dritten Geschlechtsverkehr zu haben", sagte sie.Mit der Hirnarchitektur erklärt sie auch "Kulturphänomene wie Muster von Eheschließung, Seitensprüngen, Trennung und erneuter Heirat".

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