Magdeburg : Prozess um zweifachen Raubmord im Harz - Angeklagter schweigt

In einem abgebrannten Haus im Harz werden zwei verkohlte Leichen gefunden. Es stellt sich heraus: Vater und Sohn sind Opfer eines Verbrechens geworden. Ein 27-Jähriger steht vor Gericht. Hatte er einen Mittäter?

Der Angeklagte Oliver M. (r-l) und seine Verteidiger, die Rechtsanwälte Jens Glaser und Tobias Reulecke, stehen am 18.04.2016 in einem Verhandlungssaal des Landgerichtes in Magdeburg (Sachsen-Anhalt).
Der Angeklagte Oliver M. (r-l) und seine Verteidiger, die Rechtsanwälte Jens Glaser und Tobias Reulecke, stehen am 18.04.2016 in...Foto: dpa

Er soll einen 87-Jährigen und dessen Sohn getötet haben, um einen Raub zu verdecken. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Habgier und Heimtücke vor. Zum Prozessauftakt am Montag vor dem Landgericht Magdeburg wollte sich der 27-Jährige nicht zu dem zweifachen Raubmord äußern. Bekleidet mit Jeans und blauem Kapuzenpull folgte er der Verhandlung recht regungslos. Seit seiner Festnahme im vergangenen November sitzt er in Untersuchungshaft. Laut Anklage ist der 27-Jährige im August 2015 in ein Haus in Thale in Sachsen-Anhalt eingedrungen und hat dort 75 Euro sowie eine EC-Karte gestohlen.

Weil er dabei erwischt wurde, soll er den fast blinden Senior und dessen schlafenden 57-jährigen körperbehinderten Sohn mit einer Eisenstange erschlagen haben. Um die Spuren der Tat zu verwischen, soll der Mann dann das Haus in Brand gesetzt haben. Die Staatsanwaltschaft setzt darauf, dass das Gericht eine besondere Schwere der Schuld feststellt. Direkt nach der Festnahme habe der Verdächtige abgestritten, mit dem Tod der beiden Opfer und dem Brand etwas zu tun zu haben. Das erklärte am Montag ein Polizist als Zeuge.

Kurz darauf habe der Beschuldigte aber umgeschwenkt und Beamte bereitwillig zum Tatort geführt, ihnen die Eisenstange gezeigt, mit der die beiden Männer erschlagen worden sein sollen. Schließlich habe er ausgesagt, dass er - wie schon oft zuvor - mit einem weiteren Mann in das Haus eingedrungen sei und nach Geld gesucht habe.

Als der 87-Jährige wach geworden sei, habe sein Mittäter mit der Stange zugeschlagen, er selbst sei vor Schreck geflohen. Für den Prozess hat das Landgericht zunächst Termine bis zum 29. April angesetzt und vorsorglich noch weitere bis zum 3. Juni geplant. (dpa)

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