Magnus Gäfgen : Kindsmörder gründet Kinderstiftung

Wegen des Mordes am Bankierssohn Jakob von Metzler wurde Magnus Gäfgen zu lebenslanger Haft verurteilt. Nun will er mit einer Stiftung Gewaltopfern helfen. Gäfgens Betreuer nennt das Vorhaben ein "sinnvolles Zeichen von Reue".

Hamburg/Frankfurt - Mit der "Magnus-Gäfgen-Stiftung" will der 31-Jährige laut Darstellung seines Anwalts Michael Heuchemer Kindern und Jugendlichen helfen. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, wurden die Gründungsunterlagen für die Stiftung "Horizonte - Kinder und Jugendhilfsstiftung" oder "Magnus-Gäfgen-Stiftung" Ende Juli der zuständigen Stiftungsbehörde in Trier vorgelegt.

Das Gründungskapital belaufe sich auf 25.000 Euro. "Der Gedanke dieses Engagements ist es allein, ein kleines Gegensymbol zu dem geschehenen Unrecht aus dem Jahr 2002 zu setzen", zitiert der "Spiegel" Gäfgens Verteidiger. Dem Bericht nach plant der Anwalt - der auch Stiftungsvorsitzender werden soll - Gespräche mit Caritas, Weißem Ring und anderen Organisationen mit dem Ziel einer Kooperation.

FDP-Politiker Schultz-Tornau im Vorstand

Einen Platz im Vorstand der Stiftung soll auch der frühere Chef der nordrhein-westfälischen FDP, Joachim Schultz-Tornau, erhalten. Der FDP-Politiker hatte 2005 mit einem öffentlichen Plädoyer für Gäfgen Unmut ausgelöst. Schultz-Tornau, der amtlicher Betreuer Gäfgens ist, hält das Stiftungsprojekt "für notwendig". Es sei ein "sinnvolles Zeichen von Reue", wird er vom "Spiegel" zitiert.

Gäfgen war schuldig gesprochen worden, den elfjährigen Jakob von Metzler im September 2002 zunächst entführt und dann heimtückisch umgebracht zu haben. Gegen das Urteil und die Folterandrohung im vorherigen Polizeiverhör ging Gäfgen wiederholt juristisch vor: Zunächst bestätigte der Bundesgerichtshof jedoch den Richterspruch, dann scheiterte Gäfgen mit einer Verfassungsbeschwerde. Schließlich legte er beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg Beschwerde ein. Das dortige Verfahren ist noch im Gange. (tso/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar