Welt : Malaysia: Deutscher Student im Dschungel vermisst

Die malaysischen Behörden haben eine groß angelegte Suchaktion nach einem vermissten deutschen Studenten im Dschungel der Insel Borneo gestartet. Von dem 21 Jahre alten Mann aus Saarbrücken und seinem einheimischen Führer gäbe es seit dem vergangenen Freitag nicht keine Nachricht mehr, teilte die malaysische Polizei am Sonntag mit. Den Angaben zufolge wollte der Student im nordöstlichen Staat Sabah nahe der Stadt Sandakan das Verhalten einer seltenen Affenart erforschen.

Nach den beiden Vermissten werde mit Hubschraubern und Spürhunden gesucht, sagte der Polizeichef im Bezirk Sandakan, Hashim Mohamed Yusof. "Wir setzen die Suche fort, sie sind noch immer vermisst", sagte er. Der Deutsche und sein gleichaltriger Begleiter wollten den Angaben zufolge ursprünglich am Donnerstagabend nach einer Tagestour in einen Naturpark zu ihrer nahen Unterkunft zurückkehren.

Der Polizeisprecher wollte zu Gerüchten keine Stellung nehmen, nach denen das Zimmer des Studenten verwüstet und der malaysische Begleiter noch am Freitag ohne den Studenten gesehen worden sei. "Wir wollen nicht spekulieren", sagte er, "was uns betrifft, setzen wir die Suche fort." Offenbar ist aber die Möglichkeit, dass der Deutsche einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, nicht auszuschließen.

Der Deutsche war den Polizeiangaben zufolge in der vergangenen Woche in Sabah auf der Insel Borneo angekommen, um in dem dortigen 300 Hektar großen Labuk Bay-Naturreservat die Lebensweise der vom Aussterben bedrohten Nasenaffen zu studieren. Der erst kürzlich eröffnete Park am Nordostzipfel der Insel besteht zum großen Teil aus unwegsamen Mangroven-Sümpfen.

Bereits Mitte August war eine deutsche Familie aus Frankfurt in Malaysia als vermisst gemeldet worden, allerdings auf dem Festlandteil des südostasiatischen Staates. Sie hatte sich bei einem Ausflug verlaufen, war aber nach zwei Tagen wieder wohlbehalten von Suchtrupps entdeckt worden.

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