• Malheur National Wildlife Refuge in Burns: Bewaffnete Rancher setzen Besetzung von US-Naturparkverwaltung fort
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Malheur National Wildlife Refuge in Burns : Bewaffnete Rancher setzen Besetzung von US-Naturparkverwaltung fort

Die Polizei spricht von 15, die Besetzer selbst von 150 Menschen. Nachdem bewaffnete Männer einen Nationalpark in Oregon besetzt haben, schreiten die Behörden derzeit noch nicht ein.

Besetzer haben eine US-Flagge über das Eingangsschild des Malheur National Wildlife Refuge in Oregon gehängt und halten das Gebiet weiterhin besetzt.
Besetzer haben eine US-Flagge über das Eingangsschild des Malheur National Wildlife Refuge in Oregon gehängt und halten das Gebiet...Foto: REUTERS

Mitglieder einer regierungsfeindlichen Miliz und andere Aktivisten haben einen Naturpark im US-Bundesstaat Oregon weiterhin besetzt gehalten. Sie zeigten sich entschlossen, ihren Protest gegen eine Haftstrafe gegen zwei Rancher unbegrenzt fortzusetzen, notfalls auch mit Waffengewalt. Die Polizei hielt sich am Sonntagabend (Ortszeit) zurück, kündigte aber eine rasche Beendigung der Besetzung an. Alle Schulen in dem Gebiet sowie das örtliche Gericht blieben am Montag aus Sicherheitsgründen geschlossen. In der Nacht zum Montag bewachten militante Rancher in Fahrzeugen weiterhin die Eingänge zum Malheur-Wildpark. Alles blieb zunächst ruhig, Polizisten waren nicht zu sehen.

Im Hintergrund liefen Bemühungen um eine Lösung, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender OPR am Sonntagabend (Ortszeit). Am Montag soll ein Krisenstab von Polizei und Strafverfolgungsbehörden auf regionaler und Bundesebene eingerichtet werden. Die örtliche Polizei rief die Bevölkerung auf, sich von dem Gebäude fernzuhalten. Die Gruppe spricht von bis zu 150 Besetzern im Malheur National Wildlife Refuge, die Polizei von 15 Menschen.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist die drohende erneute Inhaftierung zweier Landwirte wegen Brandstiftung. Dwight Hammond und sein Sohn Steven sollen laut Staatsanwaltschaft auf staatlichem Grund und Boden ein Feuer gelegt haben, um Wilderei zu vertuschen. Sie weisen die Vorwürfe zurück. Der 73-jährige Dwight Hammond saß wegen des Vorfalls bereits drei Monate in Haft, sein 46-jähriger Sohn ein Jahr. Ein Richter ordnete nun noch einmal jeweils rund vier Jahre Gefängnis an. Am Montag sollten sich Vater und Sohn im Gefängnis melden.

Vater der Anführer führte Streit um Weiderechte

Aus Ärger über die Haftverschärfung besetzten bis zu hundert Milizionäre, Rancher und andere Aktivisten am Samstag das Verwaltungsgebäude des Wildschutzgebiets Malheur National Wildlife Reserve im Bezirk Harney. Einer ihrer Anführer, Ammon Bundy, kündigte in der Lokalzeitung "The Oregonian" an, notfalls "über Jahre hierzubleiben". Ammon Bundy und sein Bruder Ryan riefen die Regierung zudem auf, die Kontrolle über den Naturpark abzugeben. Sie sind Söhne des Farmers Cliven Bundy, der im Jahr 2014 durch eine bewaffnete Auseinandersetzung mit den US-Bundesbehörden um Weiderechte größere Aufmerksamkeit erregt hatte. Die Besetzer kündigten für Montag eine Pressekonferenz an.

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Militante Rancher besetzen Naturschutzgebiet in Oregon
Militante Rancher besetzen Naturschutzgebiet in Oregon

Der Sheriff von Harney County, David Ward, warf den Bundys und anderen Aktivisten vor, mit ihrer Besetzung andere Pläne zu verfolgen als angegeben. Hinter den Protesten stehe in Wirklichkeit der "Versuch, die Regierung des Bezirks und des Bundes zu stürzen, in der Hoffnung, eine US-weite Bewegung loszutreten". Es seien bereits Maßnahmen eingeleitet worden, um die Auseinandersetzung so "rasch und friedlich wie möglich" zu beenden, sagte der Sheriff. Details nannte er nicht. Laut "Oregonian" übernahm die Bundespolizei FBI inzwischen den Fall.

Die Reaktionen im Internet auf die Besetzung fielen gespalten aus. Ein Nutzer warf der Regierung in Washington vor, gesetzestreue Bürger zu "misshandeln", andere forderten eine harte Bestrafung der bewaffneten Aktivisten: "Warum bezeichnen wir die Miliz in Oregon nicht als 'Terroristen' - weil sie weiß sind und Christen, deshalb", schrieb der Twitter-Nutzer @StephenDybas auf Twitter. (AFP, dpa)

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