Mallorca : Einsturz in Sekunden

Beim Einsturz eines Wohnhauses auf der spanischen Ferieninsel Mallorca in der Nacht zu Montag sind mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Die Unglücksursache ist noch unklar.

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Katastrophe. Das dreistöckige Wohnhaus war nachts blitzschnell in sich zusammengestürzt. -Foto: dpa

Palma de Mallorca - Bergungstrupps suchten unter den Trümmern nach möglichen weiteren Opfern. Zwei Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt.

Bei den Opfern handelt es sich laut der deutschsprachigen „Mallorca Zeitung“ (MZ) unter anderem um ein 17-jähriges Mädchen, einen 30-jährigen und einen 60-jährigen Mann sowie eine Frau. In dem Haus lebten laut Melderegister elf Menschen. Laut Nachrichtenagentur EFE soll in der obersten Etage ein deutsches Paar gewohnt haben. Dafür gab es aber zunächst keine Bestätigung. Das Erdgeschoss war offiziell unbewohnt, in Rundfunkberichten wurde nicht ausgeschlossen, dass dort illegale Immigranten Unterschlupf gefunden hatten. Die Behörden ordneten an, drei angrenzende Wohnhäuser zu räumen. 50 Anwohner mussten in Hotels und anderen Unterkünften untergebracht werden.

Die Ursache des Unglücks, das sich gegen Mitternacht in dem Wohnviertel Es Fortí in der Inselhauptstadt Palma ereignete, war zunächst unklar. Das Energieunternehmen Gesa-Endesa wies Vermutungen zurück, eine Gasexplosion habe den Einsturz des dreistöckigen Gebäudes verursacht. Techniker hätten an der Unglücksstelle aber keine Spuren von Gas entdeckt.

Anwohner sagten, die Bausubstanz des Hauses in der Straße Rodríguez Arias sei in sehr schlechtem Zustand gewesen. Die Mauern hätten Risse gehabt. Die heftigen Regenfälle der vergangenen Tage hätten die Probleme noch verschärft. „Alles geschah innerhalb von fünf Sekunden“, berichtete ein Anwohner der Zeitung „Diario de Mallorca“. „Wo das Gebäude gestanden hatte, war plötzlich nur noch eine riesige Staubwolke zu sehen.“

Die Stadtverwaltung von Palma betonte, das eingestürzte Haus sei 1959 gebaut worden und damit noch „relativ neu“ gewesen. Die Behörden hätten in der Vergangenheit keine Hinweise auf mögliche Schäden erhalten. Der balearische Ministerpräsident Francesc Antich besuchte den Ort der Katastrophe und rief eine zweitägige Trauer auf den Balearen aus. Ebenfalls in der Nacht zu Montag gab es in einem anderen Stadtteil von Palma zwei Tote bei einem Wohnungsbrand. Die Ursache war zunächst nicht bekannt – Medien berichteten von einer Gasexplosion. dpa/J.O.

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