Welt : "Marihuana ist weniger schädlich als Alkohol"

Fachzeitschrift: Weltgesundheitsorganisation zensierte Studie GENF (dpa/epd/Tsp).Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in einer Studie herausgefunden, daß Marihuana weniger schädlich ist als Alkohol und Tabak.Dies gelte selbst dann, wenn die illegale Droge Marihuana in gleichem Maße wie die legalen Drogen konsumiert werde.Mit dieser Meldung überrascht das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" in seiner jüngsten Ausgabe (Nr.2122, S.4).Während starker Alkoholkonsum zu Leberzirrhose, ernsten Hirnschäden und einem erhöhten Risiko für Unfälle und Selbstmorde führt, gibt es der Studie zufolge nur "Andeutungen" dafür, daß chronischer Marihuana-Konsum leichte Defekte der Wahrnehmungsfunktionen hervorrufen könne. Die WHO hat die Studie nach Angaben des "New Scientist" allerdings nicht vollständig veröffentlicht.Nachdem ein US-Institut gegen Drogenmißbrauch und das UN-Drogenkontrollprogramm Druck ausgeübt hätten, seien Passagen gestrichen worden.Die WHO wies den Vorwurf jedoch umgehend zurück.Der Marihuana-freundliche Report sei nicht auf politischen Druck hin zensiert worden.WHO-Expertin Maristela Montero bestätigte in Genf, daß der umstrittene Abschnitt in dem im Dezember veröffentlichten Papier zwar gestrichen wurde, weil die Analyse "mehr spekulativ als wissenschaftlich" gewesen sei.Im Juni will die WHO ein Buch zum Thema Marihuana herausbringen - einschließlich des umstrittenen Kapitels. Unterdessen kündigte der niederländische Apothekerverband an, daß Schwerkranke ab März in Apotheken Marihuana auf Rezept kaufen können.Der in der weichen Droge enthaltene medizinisch wirksame Stoff THC sei in Kapseln isoliert worden, die nicht unter das Verkaufsverbot nach dem Drogengesetz fallen.Über deren Wirkung gibt es noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse.Vor allem Menschen mit Multipler Sklerose sowie Krebs- und Aidspatienten geben aber an, daß die Droge die körperlichen Beschwerden lindere.25 Kapseln sollen 500 Gulden (450 Mark) kosten, die die Patienten selbst bezahlen müssen.

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