Welt : Marius Müller-Westernhagen: Lieder für die Annäherung

Der Rockmusiker und Schauspieler Marius Müller-Westernhagen ist am Mittwochabend in Hamburg mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. Er erhielt die Auszeichnung für sein Engagement für Demokratie und Toleranz aus den Händen von Hamburgs Bürgermeister Ortwin Runde (SPD). An der Verleihung im Rathaus der Hansestadt nahm auch der mit Westernhagen befreundete Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) teil. Er sagte, der Künstler habe sich immer für Weltoffenheit, Menschenwürde und gegen Ausländerhass stark gemacht.

Schröder zeigte sich als echter Müller-Westernhagen-Fan. Er lobte ihn als Multitalent und einen unangepassten Künstler mit großem handwerklichen Können, dessen Karriere eine traumhafte Erfolgsstory sei. Das Verdienstkreuz wurde Müller-Westernhagen bereits im vergangenen September durch Bundespräsident Johannes Rau verliehen, wurde jedoch erst jetzt durch Runde ausgehändigt. Zur Begründung der Verleihung hieß es, Müller-Westernhagen habe mit seinen Liedtexten öffentliche Diskussionen ausgelöst. Außerdem habe sich der Musiker gegen Aids und Krebs engagiert sowie die Erdbebenopfer in der Türkei unterstützt. Als Schirmherr der Aktion "Partnerschaft für Lehrstellen" habe er sich zudem für die junge Generation engagiert.

An der Verleihung im Hamburger Rathaus nahm auch Ex-Tennisstar Boris Becker teil, der sich 1999 zusammen mit Müller-Westernhagen und Showmaster Thomas Gottschalk in einer Anzeigenkampagne der Bundesregierung für die doppelte Staatsbürgerschaft eingesetzt hatte. Den SPD-Politiker Schröder hatte Müller-Westernhagen im Bundestagswahlkampf 1998 unterstützt.

Müller-Westernhagen erlebte in den vergangenen 30 Jahren eine wechselvolle Karriere. Große Popularität erlangte er 1980 in der Rolle eines Sprüche klopfender Zockers in dem Film "Theo gegen den Rest der Welt". Mehr als 2,5 Millionen Zuschauer sahen den Kinofilm damals. Als Sänger landete Westernhagen bereits 1978 große Hits mit "Dicke" und "Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz". Allerdings geriet er musikalisch kurz darauf in eine Krise - seine Konzerte zogen nur noch wenig Besucher an. 1987 meldete er sich mit neuer Band zurück und hatte zwei Jahre später mit der LP "Halleluja" einen großen Erfolg.

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