Welt : Maschine mit 225 Menschen stürzt ins Meer

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Taipeh (dpa). Ein taiwanesisches Verkehrsflugzeug ist am Samstag plötzlich von den Radarschirmen verschwunden und mit 225 Menschen an Bord ins Meer gestürzt. Bergungsmannschaften fanden an der Absturzstelle nahe den Pescadores-Inseln (Penghu) in der Taiwan- Straße bis Samstagabend bereits mehr als 100 Leichen. Der Jumbo-Jet der taiwanesischen Fluggesellschaft China Airlines war auf dem Weg von Taipeh nach Hongkong. Er gehörte zu den ältesten der Flotte und sollte bald ausgemustert werden.

Es gab keine Hinweise, dass einer der 206 Passagiere und 19 Besatzungsmitglieder überlebt hat. Im Absturzgebiet südwestlich von Taiwan schwammen Wrackteile, Leichen, Schwimmwesten und Ölflecken auf dem Meer. Die Ursache des Absturzes, dem kein Notsignal vorausgegangen war, war völlig unklar. Bauern an der Küste sahen zerrissene Zeitungen, Magazine und Schaumstoff vom Himmel fallen. Der Fund in der Küstengemeinde Changhwa löste in den taiwanesischen Medien Spekulationen über eine mögliche Explosion aus.

Nach Angaben der China Airlines sollte das 23 Jahre alte Flugzeug vom Typ 747-200 aus Altersgründen an eine Fluggesellschaft in Thailand verkauft werden. Der Vertrag war bereits besiegelt. Die Lieferung sollte in naher Zukunft erfolgen. Die Maschine war um 14.50 Uhr vom internationalen Chiang Kai-shek-Flughafen in Taipeh zum Flug CI 611 gestartet. Um 15.28 Uhr sei sie dann nordöstlich der Pecadores-Inseln vom Radar verschwunden, berichtete Vizetransportminister Chang Chia-chu. Als die Dunkelheit anbrach lief eine groß angelegte Suchaktion, an der sich auch Militärflugzeuge, Marineschiffe und Helikopter beteiligten. Die Wetterbedingungen waren gut. Die Fluggesellschaft flog Angehörige auf die Penghu-Inseln. An Bord des Jumbos seien vor allem Taiwanesen gewesen, berichtete der Vizetransportminister. Auch seien 15 Bürger aus Hongkong, Macao und der Volksrepublik China, ein Schweizer, ein Singapurianer und zwei taiwanesischen Frauen mit australischer Staatsbürgerschaft unter den Passagieren gewesen. Es war bereits der dritte Flugzeugabsturz in Asien in nur sieben Wochen. Am 15. April war eine chinesische Verkehrsmaschine der Air China beim Landeanflug in Busan in Südkorea abgestürzt. Von den 166 Insassen überlebten nur 38. Dann stürzte am 7. Mai vor der Küste der nordostchinesischen Hafenstadt Dalian ein Flugzeug der China Northern Airlines mit 112 Menschen an Bord ins Meer.

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