Massengedränge in Köln : 64 Verletzte bei Boygroup-Autogrammstunde

22.09.2012 21:51 Uhr

Eine Autogrammstunde der Boygroup "One Direction" ist in Köln aus dem Ruder gelaufen. Etliche Fans, überwiegend weibliche Teenager, werden verletzt. Der Veranstalter hatte die Zahl der Besucher im Vorfeld offenbar deutlich unterschätzt.

Bei einer öffentlichen Autogrammstunde der Boygroup "One Direction" kam es am Samstag in Köln zu Gedränge und Chaos. Die Platznot brach aus, weil 5000 Fans statt der erwarteten 800 erschienen. Laut Polizei wurden mindestens 63 Fans - überwiegend weibliche Teenies - etwa wegen Kreislaufproblemen behandelt. Auch Prellungen gab es, von schwereren Verletzungen wurde zunächst aber nichts bekannt. Ein Polizeisprecher bezeichnete die Vorkehrungen des Veranstalters als „unzureichend“, er wollte den Vorfall aber nicht als Massenpanik bezeichnen. Man habe die Veranstaltung nicht abbrechen müssen. Die Polizei sei jedoch mit mehr als 100 Kräften im Einsatz gewesen, um für Ordnung zu sorgen.

Der Fall erinnert an eine Panik im Einkaufszentrum Centro im März 2011 in Oberhausen. Zu einer Autogrammstunde mit Kandidaten der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ waren damals an die 20 000 Menschen gekommen - maximal 5000 hatte der Veranstalter erwartet. Es gab 60 Verletzte, nachdem wegen Überfüllung die Türen geschlossen worden waren und die wartende Menge von hinten nachdrückte. Welche Ausmaße solche Massenaufläufe im schlimmsten Fall haben können, zeigte sich bei der Duisburger Loveparade. Dort kamen vor mehr als zwei Jahren 21 Menschen ums Leben.

In Köln verbrachten offenbar die ersten Fans schon die Nacht im Mediapark, um die jungen Musiker - alle um die 20 - zu sehen. Die Autogrammstunde der britischen Boyband begann dort erst gegen 16.20 Uhr am Samstag. Bereits am Morgen gegen 7.30 Uhr habe sich eine besorgte Mutter bei der Polizei gemeldet. Sie habe von einem „Riesenchaos“ berichtet und sich Sorgen um ihre Kinder gemacht.

Das Gedränge entstand wohl auch deshalb, weil nur die ersten 800 Fans garantiert ein Autogramm bekommen sollten. Auf der Homepage von One Direction heißt es über die fünfköpfige Gruppe: „2010 nahmen die fünf Ausnahmetalente bei der britischen Castingshow X-Factor teil und eroberten Tausende Mädchenherzen im Sturm.“ Autogrammstunden in anderen deutschen Städten sind laut dem Internetauftritt bisher nicht geplant. „Die Jungs werden nur in Köln sein.“ Mit einem umfangreichen Fragenkatalog wurden den Besuchern der Autogrammstunde praktische Hinweise gegeben. Eine Frage lautete: „Darf man die Jungs umarmen?“ Die Antwort: „Aus Zeitgründen leider nein. Wenn jeder Fan jeden der fünf Jungs umarmen würde, dauert das leider zu lange (wie mit den Fotos) und ihr wollt ja schließlich alle dran kommen.“

Im vergangenen Jahr war auf einer Autogrammstunde von Kandidaten der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ in Oberhausen eine Massenpanik ausgebrochen. Damals hatten Besucher derart gedrängelt, dass 60 Kinder und Jugendliche verletzt worden waren. Rund 19.000 Fans waren gekommen - etwa vier Mal so viele wie angenommen.

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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