Welt : matthies meint: Hoch die Urnen!

Zu den größten Plagen der Menschheit zählt neben der Malaria und den Heuschrecken zweifellos das Guinness-Buch der Rekorde. Es verleitet geistig scheinbar gesunde Mitmenschen dazu, drei Millionen Apfelstrudel in 24 Stunden zu backen oder in einem Waschbecken den Ärmelkanal zu überqueren, und zwar ohne Stöpsel - Vorhaben also, bei denen Zeit und Sinn einen gräßlichen Tod sterben. Den Angelsachsen hätten wir das noch nachgesehen, aber nun wird es ernst auch hierzulande. Vom Berliner Traditionsunternehmen Grieneisen, einst Hort schwerster Diskretion, hören wir nämlich, es wolle auch aufgenommen werden. Nicht mit einer Sargrallye oder einer Massenbestattung, sondern mit dem Versuch, einige hundert Urnen zu einer "gigantischen Urnenwand" zu stapeln. Wir sehen: Der Tod ist nicht das Ende. Man muss damit rechnen, in einer sog. Designer-Urne zu enden, selbst, wenn man kein Designer, sondern z.B. Regierungsrat war - und wird dann noch gestapelt, um posthum Rekorde brechen zu helfen. Oder sind die Urnen am Ende leer? Nein: Das würden die Guinness-Prüfer gewiss nicht akzeptieren.

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